Campus Sursee

Der Campus Sursee im Jubel

Über 7000 Besucherinnen und Besucher machten sich am Tag der offenen Türe anlässlich des 40-jährigen Bestehens ein Bild vom Campus Sursee. Besuchermagnete wa­ren unter anderem die Kran- und Bagger­simulatoren sowie der internationale Wettkampf unter den Kranführern.

Den Kranführercup vom Freitag gewann Thierry Oswald (Mitte), gefolgt von David Gassmann (links) und Marc Landolt. Foto: md


Kranführer oder Baggerfahrer. Das wollen viele kleine Jungs werden. Verständlich. Denn wenn man einmal auf so einem Bauplatz steht und dem Treiben dieser Berufsleute zusieht, kann man diese Faszination auch im Erwachsenenalter nachvollziehen. Flink wie Äffchen klettern die Kranführer in Windeseile den Kran hoch. Die Geschwindigkeit wäre schon in der Horizontalen eine Leistung, in der Vertikalen ist sie das umso mehr. Weit oben im tiefblauen Himmel steigen die Kranführer in ihre Kabine und beginnen ihren Job. Alltag für sie, aber für Aussenstehende hat ihr Tun fast etwas Magisches. Denn die Präzision und Geschwindigkeit, mit der die Kranführer aus ­luftiger Höhe die Kräne herumdirigieren und dabei stets die Übersicht bewahren, ist grosses Können.

Internationale Gäste pilgerten nach Sursee

Wortwörtlich einer der Höhepunkte am Tag der ­Offenen Türe auf dem Campus Sursee war denn auch der Kranführercup, der nun bereits zum vier­ten Mal in Folge stattfand. Jedes Jahr reisen dafür Dutzende von Berufsleuten aus ganz Europa in die Zentral­schweiz. Es gilt, möglichst genau, fehlerfrei und schnell eine gestellte Aufgabe zu erledigen – und zwar auf drei unterschiedlichen Krantypen.

Den Schweizer Krancup am Freitag gewann Thierry Oswald, gefolgt von David Gassmann und Marc ­Landolt. Am Samstag siegte Smajl Gashi, der Enrico De Blasio auf den zweiten und Moritz Kolly auf den dritten Rang verweisen konnte. Den europäischen Kranführercup holte Andreas Krause aus Deutschland. David Gassmann, der am Freitag im Schweizer Cup den zweiten Platz errungen hatte, musste auch in der europäischen Ausmarchung mit dem Ehrenplatz Vorlieb nehmen. Den dritten Rang erreichte John Bergink aus Holland.

Besuchermagnet waren auch die Bagger- und Raupenfahrzeuge. Geführt von Instruktoren, durfte man hier nach Herzenslust baggern oder Erde planieren – der Redaktor der «Schweizer Bauwirtschaft», Massimo Diana, hat es ausprobiert. Üben durfte man auch in den Kran- und Baggersimu­latoren: Hier war Feingefühl gefragt, ansonsten landete man mit dem Baggersimulator schnell einmal im Strassengraben. Nur für Schwindelfreie war die Lastwagenkabine, die einen Überschlag simulierte und sich mehrmals um 360 Grad drehte. Auch der Skyworker, der die Besucher auf einer Plattform 40 Me­ter in die Höhe führte, war nichts für schwache ­Nerven. Wer es dennoch wagte, wurde mit einem atemberaubenden ­Alpenpanorama ­belohnt.

Beeindruckt zeigten sich die Besucher von den modernen, hellen Räumlichkeiten. Die beiden neuen Lehrlingsgebäude bieten den Auszubildenden nicht nur funktionale, aber freundlich eingerichtete Schlafräume, sondern auch Fernsehräume, einen Kinosaal und einen Aufenthaltsraum inklusive Billardtischen und Bar und einer hippen Einrichtung mit Graffitis an den Wänden. Für gute Stimmung sorgte auch das Gewerbe aus der Region mit Angeboten wie Segway­fahren, Rasen­traktor-Parcours oder dem Mosten für jedermann.

Zur Krönung des ersten Tags der offenen Tür verzauberte Emil ­Steinberger in der restlos ausverkauften Aula des Campus das Publikum mit seinen «Wahren Lügengeschichten», überraschende, unwahrscheinliche Begebenheiten, die der erfolgreichste Schweizer Kabarettist im Laufe seiner über 40-jährigen künstlerischen Tätigkeit erlebt hat – oder auch nicht. Nach jeder Geschichte wartete das Publikum gebannt auf das zu Beginn der Vorstellung vereinbarte Zeichen, mit dem Emil zu erkennen gab, ob die ­Geschichte wahr oder erfunden ist …