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27.06.12  |  

GIPO AG: Urner Kraftprotze für den Himalaja

Zwei imposante und technisch ausgeklügelte Gipo-Brecher - zusammen 230 Tonnen schwer - haben ihre Arbeit am Rohtang-Pass-Highway-Tunnel im indischen Himalaja aufgenommen.

Die Anlage nach dem Zusammenbau auf der Baustelle. Fotos: Gipo


Die Gipo AG hatte im letzten Herbst von der Rowa Tunneling Logistics AG aus Wangen SZ den Auftrag erhalten, zwei mächtige Backenbrechanlagen zu planen und zu bauen. Rowa ist von der österreichischen Strabag-Gruppe, die den Rohtang-Pass-Highway-Tunnel im Himalaja realisiert (siehe Kästchen auf Seite 33), mit der Materiallogistik beauftragt worden. Die beiden Brecher sind 27 Meter lang, 3,9 Meter breit, 5,7 Meter hoch und wiegen je 115 Tonnen. Beide raupenmobile Backenbrechanlagen bestehen im Wesentlichen aus einem Maschinenchassis mit Fahrwerk, Aufgabetrichter mit Plattenband, Vor­siebmaschine, Backenbrecher, Brecheraustragsband, elektro-hydraulischem Antrieb und Entstaubungsanlage, welche direkt auf der Anlage aufgebaut ist.

Backenbrecher «Swiss made»

Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass das eigentliche Herzstück der Anlagen, der Backenbrecher von Gipo – als einzigem Hersteller in der Schweiz – zu 100 Prozent eigengefertigt ist. Die Anlagen wurden im Werk in Seedorf UR durch den ­Endkunden begutachtet und bezüglich Ausführung, Verarbeitung und Funktionen überprüft und abgenommen. Der Probelauf erfolgte übrigens mit dem bekannt harten Gesteinsmaterial des Urner Hartschotterwerkes Gasperini.

Nach dem Probelauf wurden die Anlagen fein säuberlich in ihre Einzelteile zerlegt, beschriftet, in Schiffscontainer verpackt und verladen. Die Container wurden in fünfzehn Lastwagenladungen nach Hamburg transportiert und reisten anschliessend von Hamburg auf dem Seeweg nach Mumbai. Dort angekommen, gelangten die Container auf dem Landweg ins 3000 Meter hoch gelegene Einsatz­gebiet.

Dort wurden die beiden Anlagen innert zweier Wochen wieder zusammengebaut. Gleich im Anschluss erfolgten am Ort die Inbetriebnahme der beiden ­Anlagen sowie die Schulung des Bedienpersonals. Für die Montagearbeiten und Schulungen waren während mehrerer Wochen drei Monteure der Gipo AG am Ort und leiteten den Einsatz. 

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Strassentunnel auf über 3000 Meter

Der 8,8 Kilometer lange Rohtang-Pass-Highway-Tunnel in der westlichen Himalaja-Region Indiens soll den 3980 Meter hohen Bergpass, einen der höchsten befahrbaren Kulminationspunkte der Welt, zur wintersicheren Verbindung machen. Die Kosten für den Tunnelbau beziffern sich auf rund 250 Millionen Euro. Besondere Herausforderungen bei diesem riesigen Bauprojekt sind die Höhe (Tunnel auf ca. 3100 m), die extremen klimatischen Verhältnisse sowie die geologische Beschaffenheit des Himalajas. Das Gebirge besteht an dieser Stelle hauptsächlich aus Schiefer und Migmatit mit voraussichtlich drei Störzonen und in Einzelbereichen druckhaftem Gebirge. Der Vortrieb, unter Einbezug der beiden Gipo-Brechanlagen erfolgt von beiden Portalen aus. Da das Nordportal in den Wintermonaten nicht zugänglich ist, erfolgt der Vortrieb schwerpunktmässig von Süden her. Nach der geplanten Bauzeit von rund fünfeinhalb Jahren sollte der Tunnel Ende 2015 fertiggestellt sein.