Fokus
27.06.12  |   Silvan Müggler

Maurerlöhne hart an der 6000er-Grenze

Ein Maurer verdient 2012 in der Schweiz durchschnittlich über 5'900 Franken. Über alle LMV-Lohnklassen liegt der Durchschnittslohn bei beachtlichen 5'704 Franken. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies angesichts des prognostizierten sinkenden Preisniveaus ein reales Lohnwachstum von rund 1,3 Prozent. Dies geht aus der repräsenta­tiven SBV-Lohnerhebung 2012 hervor. Sie stützt sich auf 45 000 Lohnmeldungen.

Die Baumeister zahlen Spitzenlöhne. Der durchschnittliche Lohn des Baustellenpersonals (LMV) beträgt 5'704 Franken im Monat. Ein Polier erhält im Schnitt gar 7'610 Franken. Dabei sind jeweils 13 Monatslöhne garantiert; Spesen und eventuelle Zulagen kommen noch dazu. Die hohen Mindestlöhne und die Lohnpolitik der Baumeister sorgen dabei dafür, dass die Lohnunterschiede vor allem im LMV-Bereich gering sind. Die hohen Durchschnittslöhne rühren nicht daher, dass einige wenige sehr viel verdienen, sondern daher, dass alle gut verdienen.

Reallöhne steigen 2012 um 1,3 Prozent

Der nominelle Durchschnittslohn des LMV-Personals ist von 2011 auf 2012 um 0,9 % gestiegen, jener der Poliere um 0,7 %. Angesichts der prognostizierten Negativteuerung von –0,4 % für 2012 entspricht diese Steigerung einem realen Plus von 1,3 % resp. 1,1 %. Während die Löhne stetig stiegen, ist das Preisniveau seit 2008 praktisch konstant geblieben. Mit dem LMV-Durchschnittslohn kann man heute 5,2 % mehr kaufen als vor vier Jahren. Bei den Polieren beträgt der reale Zuwachs gar 5,9 %. Von einer Wirtschaftskrise wie vielerorts in Europa spürt das Baustellenpersonal also nichts.

Geringe regionale Unterschiede

Die Durchschnittslöhne weisen nur geringe regionale Unterschiede auf. Die höchsten Löhne werden dabei in der Region Zürich–Schaffhausen (5811) und der Nordwestschweiz (5'771) gezahlt. Die anderen Regionen liegen etwas unter 5'700 Franken. Einzige Ausnahme ist das Tessin, wo der Durchschnittslohn mit 5'438 Franken um 4,7 % tiefer liegt als im Landesschnitt. Dieser Unterschied ist aber viel geringer als in den meisten anderen Branchen.

Personenfreizügigkeit ohne Einfluss auf die Nationalitätenstruktur

Auf den Schweizer Baustellen arbeiten seit jeher überdurchschnittlich viele Ausländer. Der Anteil der Schweizer beim Baustellenpersonal ist aber trotz ­Personenfreizügigkeit in den letzten Jahren konstant bei etwa 35 % geblieben. Von 2011 auf 2012 stieg er gar von 35,1 % auf 36,9 %.

Speziell interessiert haben dieses Jahr die EU-8-­Länder (Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen), mit denen seit 2011 die volle Personenfreizügigkeit gilt. Nur 0,4 % des Baustellenpersonals hat einen Pass eines dieser Länder. Der Anteil der Bauarbeiter, die aus Rumänien oder Bulgarien stammen, ist verschwindend klein. Es gibt daher keine Einwanderungswelle aus den neuen EU-Ländern auf den Baustellen.

Die mit Abstand grösste Ausländergruppe sind mit 28,4 % die Portugiesen, gefolgt von den Italienern mit 12,2 %. Auch die anderen Nachbarländer Deutschland (4,4 %), Frankreich (2,4 %) sowie in geringerem Masse Österreich (0,7 %) sind wichtig. Keines unserer Nachbarländer verzeichnet dabei einen spürbaren Zuwachs. Aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens stammen insgesamt 9,3 % der Angestellten. Serbien und Montenegro (3,4 %) bildet dabei die grösste Fraktion, gefolgt von Mazedonien (2,5 %), Bosnien (1,2 %), Kroatien und dem Kosovo (je 1,1 %). Abgesehen von Spanien (3,2 %) sowie Albanien und der Türkei (je 0,5 %) spielen andere Herkunftsländer praktisch keine Rolle.

 


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