Der SBV droht mit dem Referendum gegen die Revision des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG). Dies hielt Zentralpräsident Werner Messmer am traditionellen Tag der Bauwirtschaft vom Freitag, 25. Juni 2010, vor 850 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Zürich fest. Am gleichen Tag hatte die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats an einer Medienkonferenz in Bern ihre Beschlüsse zur UVG-Revision präsentiert.
«Die Vorlage, wie sie heute vorliegt, ist für den Schweizerischen Baumeisterverband und alle anderen betroffenen Suva-Branchen nicht akzeptabel; die heutige Vorlage ist unbrauchbar»: Mit diesen deutlichen Worten nahm Nationalrat Werner Messmer, Zentralpräsident des SBV, am «Tag der Bauwirtschaft» zu den Beschlüssen Stellung, die von der Kommission für Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats gleichentags in Bern präsentiert wurden. Werner Messmer: «Wir können und dürfen es nicht zulassen, dass die Politik den Sozialpartnern Änderungen aufzwingt, die wir nicht verlangen und nicht wollen. Und wir dürfen schon gar nicht akzeptieren, wenn eine Revision dazu führt, dass wir für höhere Prämien weniger Leistung erhalten. Sollte auch das Parlament diesen Sündenfall der Kommission unterstützen, wären der SBV und die anderen Suva-Branchen zum ersten Mal in ihrer Geschichte gezwungen, zusammen mit den Gewerkschaften das Referendum zu ergreifen.»
Der «Tag der Bauwirtschaft» umfasst traditionell die Generalversammlungen des SBV und der 1899 von Baumeistern gegründeten Genossenschaft HG Commerciale mit heute rund 800 Mitarbeitenden in der ganzen Schweiz.
Die Mitglieder des SBV bestätigten an ihrer Generalversammlung Nationalrat Werner Messmer für eine weitere Amtsdauer von vier Jahren (2011 bis 2014) einstimmig als Zentralpräsidenten. Er betonte in seinem Grundsatzreferat vor rund 850 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Schweiz habe die globale Wirtschaftskrise gut gemeistert; das Bauhauptgewerbe gehe gut gerüstet in die Zukunft.
Bundesrat Ueli Maurer, Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS, betonte in seinem Referat zum Thema «Bauen heisst vertrauen», Vertrauen in die Zukunft brauche Freiheit und Stabilität. Weder das eine, noch das andere sei naturgegeben. Bundesrat Ueli Maurer: «Ich sehe beides in Gefahr, die Freiheit und die Stabilität.»
Die Freiheit, so Bundesrat Ueli Maurer, werde durch die Gesetzesproduktion gefährdet, die in «Bundesbern auf Hochtouren» laufe. Die Stabilität wiederum sieht Ueli Maurer in Gefahr, «weil unserem Sicherheitsinstrument Armee die finanziellen Mittel entzogen worden sind, die es braucht.» Mit der Zeit büsse dadurch unser Land an Vertrauenswürdigkeit ein, was nicht ohne Folge bleiben werde für Wirtschaft und Wohlstand. Der VBS-Vorsteher: «Das werden alle spüren, insbesondere auch die Baubranche. Denn bauen heisst vertrauen; vertrauen in die Zukunft der Schweiz.»
In seinem Grundsatzreferat zur Situation der Schweiz und des schweizerischen Bauhauptgewerbes zeigte Messmer auf, dass das Land die globale Wirtschaftskrise hervorragend gemeistert hat: «Kein europäisches Land verzeichnete 2009 einen geringeren Einbruch des Wirtschaftswachstums (BIP) als die Schweiz. Ist bei uns 2009 das BIP um 1,5% zurückgegangen, verzeichnete der Euro-Raum einen Rückgang um 4,1%.» Das Bauhauptgewerbe habe von der hervorragenden Verfassung profitiert, in der sich die Schweiz befinde: Die Umsätze im Bauhauptgewerbe kletterten 2009 auf eine neue Rekordmarke von über 18 Milliarden Franken. Trotzdem, so Nationalrat Werner Messmer, sei die Freude eine verhaltene: «Trotz hoher Baunachfrage stehen wir in einem harten, ja teilweise ruinösen Wettkampf», betonte der wiedergewählte Zentralpräsident des SBV.
Antoinette Hunziker-Ebneter, CEO Forma Futura Invest AG, Zürich, stellte als Gastreferentin ihre Ausführungen unter den provokativen Titel «Geld regiert die Welt – und uns?» und betonte darin unter anderem, es zeige sich immer deutlicher, «dass Profit-Maximierung und materieller Wohlstand nicht die einzigen und nicht die prioritären Ziele der Menschen sind.» Sie stellte in Aussicht, dass sich die Prioritäten «zunehmend weg von Materie hin zu immateriellen Werten verschieben» werden, also «von Gewinn hin zu Gewinn mit Sinn, von Quantität zu Qualität, insbesondere hin zu Lebensqualität. Materielle Werte verlieren an Wert, während immaterielle Werte an Wert gewinnen. Ich bin überzeugt, dass die Menschen in dem, was sie tun, verstärkt eine nachhaltige Lebensqualität anstreben werden.»
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