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20.04.17  |  

«Neues» Olten SüdWest konkretisiert sich

Die Arbeiten am neuen Masterplan für das Areal Olten SüdWest kommen gut voran. Mit dem Ziel einer höheren Flexibilität und Abwechslung soll eine deutliche Neuausrichtung des Quartiers erfolgen; eher starre Vorgaben im bestehenden Gestaltungsplan wie etwa die Definition der maximalen Gebäudehöhe und der Baufelder sollen durch mehr Spielraum ersetzt werden.

Ein neues städtebauliches Grundgerüst für Olten SüdWest: Die Konzeptskizze zeigt eine von Ost nach West variierende Bebauungsdichte und eine neu ausgerichtete interne Arealerschliessung.


Die hohe erlaubte Dichte und die Beschränkung der Gebäudehöhe, welche der bestehende Gestaltungsplan aus dem Jahre 2008 für das Areal Olten SüdWest definiert, führen zu einer grossvolumigen und uniformen Bebauung und setzen die Aussenräume unter Druck. Grundeigentümerschaft und Stadtbehörden haben sich daher im vergangenen Herbst gefunden, um in einem kooperativen Prozess den Gestaltungsplan zu überarbeiten. Als Ziel wurde formuliert, künftig mehr Abwechslung in die Wohnnutzungen zu bringen und die Strassenräume und Grünflächen gestalterisch aufzuwerten. Auf dem Weg dorthin finden in der laufenden Masterplanphase unter der Leitung der Stadt mehrere Foren mit dem Planer-Team Schneider Raumentwicklung und Städtebau (Olten/Aarau) / Ernst Niklaus Fausch Architekten (Aarau/Zürich) statt. Mit von der Partie sind als Challenge sowohl für die beauftragten Planer wie auch für die Auftraggeber ferner drei Experten, Thomas Schwab von Werk1 Architekten und Planer AG, Olten, Pascal Vincent von Aebi & Vincent Architekten SIA AG, Bern, und Daniele Di Giacinto von «:mlzd» Architekten, Biel.


Im vergangenen Januar hatte ein erstes Forum der aus Bauherrschaft und Stadt zusammengesetzten Projektträgerschaft die Zielsetzung definiert, mit mehr Flexibilität auf breiter Ebene Mehrwerte zu schaffen, gesellschaftlich, stadträumlich und ökonomisch. Das zweite Forum hat nun erste Puzzlesteine des neuen städtebaulichen Grundgerüsts definiert. So soll die Arealüberbauung im Osten zum Bahnhof Hammer hin zur Adressbildung mit einer hohen Bebauungsdichte – sprich höheren bis Hochhäusern, wie sie schon das städtische Hochhauskonzept von 2008 an dieser Stelle sah – beginnen, die sich dann bei insgesamt gleich bleibender Bruttogeschossfläche gegen Westen zur Schutzzone hin reduziert. Auch die interne Arealerschliessung soll neu ausgerichtet künftig von Ost nach West erfolgen – unter anderem mit einer neuen „Marktgasse“ für den Fuss- und Veloverkehr in der Mitte, in der Verlängerung der Stadtteilverbindung zum Hammerquartier, welche von der Projektträgerschaft neben einer guten Busverbindung nach wie vor als unbedingt notwendig erachtet wird und den in den Spitzenzeiten heute schon stark frequentierten Rötzmatt-Knoten entlasten soll. 


In einem nächsten Schritt werden nun das städtebauliche Konzept verfeinert und die neuen Spielregeln für den künftigen Gestaltungsplan erarbeitet. Dabei gilt es zu verhindern, dass die angestrebte Flexibilität zu einer Beliebigkeit führt, welche dem Areal das Gesicht rauben würde. Zu definieren sind ferner unter anderem die Qualität und Ausbildung der öffentlichen Räume, welche das Erscheinungsbild des neuen Quartiers wesentlich mitprägen sollen, die Abfolge der Überbauungsetappen und die Übergänge zu den Böschungen am Rande des Areals.
Nach Abschluss des Masterplans im kommenden Sommer plant die Grundeigentümerschaft auf dieser Basis bis zirka Ende 2018 die Ausarbeitung des neuen Gestaltungsplans. Bereits während dieser zweiten Phase kann sie auf der Basis des Masterplans die Baufeldentwicklung für die nächste Bauetappe aufnehmen, um die Verzögerungen durch die Erarbeitung des neuen Gestaltungsplans möglichst gering zu halten. 


Schweizer Bauwirtschaft 5/2017 vom 19. Mai 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Gian-Luca Lardi:  Wie der SBV-Zentralpräsident die Zukunft des Bauens beurteilt.

Bildung: Flavia Schnoz aus Disentis arbeitet sehr gerne als Maurerin.

Unternehmensführung: Gute Perspektiven für Schweizer Strassenbauer in Deutschland.

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