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12.04.17  |  

Sika: Inhaberfamilie will doch verkaufen

An der Generalversammlung von Sika ging der Streit zwischen der Inhaber-Familie Burkard und dem Sika-Management weiter. Die Erbenfamilie des Bauchemieunternehmens Sika hält weiter am Verkauf an den französischen Konkurrenten Saint-Gobain fest. «Wir stehen nach wie vor zum Vertrag», sagte der Familienvertreter Urs Burkard und dementierte so die in einigen Medien geäusserte Vermutung, seine Familie sehe mittlerweile vom Verkauf ab.


«Nach eingängiger Prüfung hat der Verwaltungsrat der Sika beschlossen, an der heutigen ordentlichen Generalversammlung das Stimmrecht der von Schenker-Winkler Holding AG (SWH) gehaltenen Namenaktien in Anwendung der Vinkulierungsbestimmung gemäss Artikel 4 der Statuten auf 5 Prozent aller Namenaktien zu beschränken», teilte Sika in einer Medienmitteilung mit. Keine volle Stimmkraft erhielt die Erbenfamilie bei der Wahl der Verwaltungsräte und den Wahlen in die Ausschüsse. Nur so konnten die sechs unabhängigen Verwlatungsräte wiedergewählt werden. Die Beschränkung zeigt, dass die Fronten zwischen dem Management und der Erbenfamilie Burkard verhärtet bleiben. Diese schmetterte dank ihrer Stimmkraft von 53 Prozent - bei einem Aktienkapitelanteil von lediglich 16 Prozent, nota bene - jeden Antrag ab, den sie abschmettern konnte. So werden die Verwaltungsräte nach dem Jahr 2015 auch für die Jahre 2016 und 2017 nicht entschädigt. Ebenfalls bei den Dividenden konnte sich die Familie durchsetzen und eine erhöhte Ausschüttung von lediglich 23 Prozent gewähren. Der Verwaltungsrat hatte eine Erhöhung von 31 Prozent vorgeschlagen. Familienvertreter Urs Burkard stellte in Abrede, die Familie sei von den Plänen eines Verkaufs an Saint-Gobain abgekommen. Die in den Medien geäusserte Vermutung seien Fake News, meinte er. Er verglich den Streit mit dem Sika-Management, bei dem die Familie bisher den Kürzeren gezogen hat, mit einem Feldzug: «Der Verwaltungsrat kann eine Schlacht gewinnen, aber nie den Krieg gegen den Hauptaktionär.»

Damit sind wohl die Positionen für ein weiteres Jahr bezogen.


Schweizer Bauwirtschaft 9/2017 vom 23. August 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Arbeitssicherheit:  Welchen Einfluss hat die Digitalisierung?

Technik: Der grösste Raupenkran der Schweiz im Einsatz.

Bildung: Die Webserie «Die Bauhelden» wirbt für eine Lehre auf dem Bau.

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