Campus Sursee

Richtig vorgehen, wenn Asbest auftaucht

Obwohl in der Schweiz seit 1990 ein Verbot besteht, ist Asbest auch heute noch ein Problem. Die Ausbildung zum Asbestsanierer des Campus Sursee bietet eine neue Möglichkeit für betroffene Unternehmen.

Anstatt eine externe Firma für die Sanierung beizuziehen, entscheiden sich immer mehr Baufirmen, selber Personal auszubilden. Foto: pd


Fast jede Baufirma hat schon einmal auf ihrer Baustelle asbesthaltiges Material gefunden. In einem solchen Fall kommt es dann oft zu einem Baustopp und erst nach einer sauberen Sanierung dürfen die normalen Arbeiten weitergeführt werden.

Auf dem Bau ist Asbest mit dem Verbot nicht einfach verschwunden. Asbest kam vor allem in den Fünfziger bis Siebzigerjahren zum Einsatz. Werden Gebäude aus dieser Zeit heute umgebaut, kommen diese Materialien wieder zum Vorschein. Dementsprechend müssen die Gefahr abgeklärt und Massnahmen zum Schutz der Arbeiter getroffen werden.

Ausserdem weiss man heute, dass Asbest in viel mehr Baustoffen verwendet wurde als früher angenommen. Vor wenigen Jahren hat noch niemand von asbesthaltigen Fliesenklebern gesprochen. Dabei enthalten rund 25 % der Fliesenkleber, die vor 1990 verwendet wurden, Asbest. Heute verlangt die Suva, dass sämtliche Rückbauarbeiten an asbesthaltigen Fliessklebern von einer anerkannten Sanierungsfirma ausgeführt werden.

Die Gefahr vor Baubeginn abklären

Grundsätzlich gilt heute für Abbruch- und Umbauarbeiten an Gebäuden, die vor 1990 erstellt wurden, dass die Asbestgefahr vorgängig abgeklärt werden muss. Idealerweise veranlasst der Bauherr selber eine Schadstoff-Untersuchung. Alternativ kann die Baufirma diese in ihre Offerte integrieren. Der SBV hat dazu auf seiner Webseite www.baumeister.ch/rechtsdienst/ merkblaetter/asbest/ ein Merkblatt veröffentlicht.

Oft findet man bei solchen systematischen Untersuchungen Asbest. In diesen Fällen muss eine Sanierungsfirma beigezogen werden. Nur selten darf eine Baufirma die Arbeiten selber ausführen, und auch das nur, wenn die Vorgaben der Suva strickte eingehalten werden.

Die Kompetenz zum Sanieren

Anstatt eine externe Firma für die Sanierung beizuziehen, entscheiden sich immer mehr Baufirmen, selber Personal auszubilden, die notwendige Ausrüstung anzuschaffen und sich von der Suva als Sanierungsfirma anerkennen zu lassen. Die Kosten für die Parifonds Bau berechtigte Ausbildung halten sich in Grenzen. Die Investition in die Ausrüstung ist allerdings gerade für kleinere Firmen erheblich.

Seit diesem Herbst bietet der Campus Sursee von der Suva anerkannte Ausbildungen für Asbestsanierer an. Daneben gibt es auch nach wie vor die mit dem SBV ausgearbeiteten allgemeinen Einführungskurse, die Bauleuten eine Einführung in die Problematik bieten. Neben Asbest kommen hier auch andere Schadstoffe zur Sprache, besonders PCB und PAK, die wohl in Zukunft noch mehr beachtet werden müssen.

Ausbildungen in Asbestsanierung am Campus Sursee

 

Das Angebot des Bildungszentrums Bau umfasst drei Ausbildungen:

  • 3534: Ausbildung Asbestsanierer
  • 3510: Grundlagen Gefährdung durch Asbest
  • 3512: Grundlagen und Aufbau; Gefährdung durch Asbest

www.campus-sursee.ch/de/


Schweizer Bauwirtschaft 3/2017 vom 22. März 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Bagger:  Wie leistungsfähig sind sparsame Modelle?

Baupraxis: Die Verwendung von Hochleistungsfaserbeton.

Unternehmensführung: Wie die Nachfolgeregelung gelingt.

Probenummer bestellen

Schweizerischer
Baumeisterverband

Weinbergstrasse 49
Postfach, 8042 Zürich
Tel. +41 (0)44 258 83 33
Fax +41 (0)44 261 03 24
verlag(at)baumeister.ch