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04.09.17  |  

Eine Parkanlage über den Geleisen

Die Projektgruppe Greulich hat sich im Januar 2016 formiert mit dem ambitionierten Ziel, Zürich einen 4 Hektaren grossen, neuen Stadtpark zu verschaffen.

Der Seebahngraben soll neu ein Seebahn-Park werden.


Seit bald 100 Jahren durchschneidet ein fast ein Kilometer langer, tiefer und unzugänglicher Graben den Stadtteil Aussersihl. Er trennt die benachbarten Stadtkreise 3 und 4 voneinander und kann nur an ein paar wenigen Stellen überquert werden.

 

Eine Gruppe engagierter Stadtbewohner hat die Idee entwickelt, dieses Hindernis zu überwinden und gleichzeitig die Unterversorgung dieses Stadtteils mit Frei- und Grünräumen zu beheben. Dazu wird der Bahneinschnitt auf seiner gesamten Länge zwischen Bahnhof Wiedikon und Hohlstrasse auf der Höhe der bestehenden Strassen und Brücken überdeckt und darauf ein gut 4 Hektaren grosser, attraktiver öffentlicher Park eingerichtet.

Die bestehenden Brücken über die Bahngleise gliedern den Park in sechs miteinander verbundene Abschnitte. Diese werden entsprechend den Bedürfnissen der benachbarten Wohn- und Arbeitsbevölkerung ganz unterschiedlich gestaltet und für die verschiedensten Zwecke wie Erholung, Ruhe, Spiele, Picknick, Feste und als grüne Lunge, Marktplatz, Begegnungsort genutzt.

Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude Wiedikon soll bei diesen Plänen ebenso erhalten bleiben wie die bestehenden Alleen längs der Seebahn- und Hermann-Greulich-Strasse. An den beiden Parkköpfen neben dem Bahnhof Wiedikon und bei der Hohlstrassen-Brücke sind punktuelle Hochbauten denkbar.

«Die Lebensqualität der Bewohner und Beschäftigten in Aussersihl», schreiben die Initianten, «wird damit dreifach gesteigert:

• Die beiden zusammengehörenden Stadtkreise 3 und 4 werden wieder miteinander

verbunden und Aussersihl erhält eine neue Lebensader.

• Inmitten des dichten und zukünftig noch dichter werdenden Stadtteils wird der

schon heute fehlende Frei- und Grünraum geschaffen.

• Die Anwohner werden wirksam vor Lärm und Schmutz des Bahnbetriebs geschützt.»

Aufgrund von Vergleichszahlen ist mit Kosten von rund 300 bis 400 Millionen Franken zu rechnen. Die Finanzierung soll aus verschiedenen Quellen erfolgen: Mehrwertausgleichsfonds, Agglomerationsprogramm des Bundes, Stadt und Kanton Zürich, private Stiftungen und Unternehmen.

«In ersten Kontakten äusserten sich die SBB als Grundeigentümerin sowie die Zürcher Stadträte Filippo Leutenegger (Tiefbau- und Entsorgungsdepartement) und André Odermatt (Hochbaudepartement) grundsätzlich positiv zur Idee eines Seebahn-Parks», so die Initianten.


Schweizer Bauwirtschaft 9/2017 vom 23. August 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Arbeitssicherheit:  Welchen Einfluss hat die Digitalisierung?

Technik: Der grösste Raupenkran der Schweiz im Einsatz.

Bildung: Die Webserie «Die Bauhelden» wirbt für eine Lehre auf dem Bau.

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