Bildung
03.10.12  |   Martin A. Walser

Interessententagung Baumaschinenführer: «Heute wurde gute Arbeit geleistet»

Zu einer breit angelegten Interessententagung lud der Verein K-BMF (Trägerschaft «Grundkurs und Prüfung Kranführer und Prüfung Baumaschinenführer») ein. Diskutiert wurde insbesondere ein mögliches Reglement für die Prüfung von Baumaschinenführern mit dem Ziel, dereinst eine landesweite Harmonisierung zu erreichen.

Viele Ideen: In Arbeitsgruppen wurden die einzelnen Teile des Reglements besprochen. Foto: maw


Die Frage, wie Baumaschinenführer ausgebildet und geprüft werden soll, ist in der Schweiz, wie in so vielen Fällen, eine komplexe. Zwar gibt es entsprechende gesetzliche Grundlagen des Bundes, die herbeigezogen werden können, doch wird die Umsetzung sehr unterschiedlich gehandhabt. In der Westschweiz, erfuhr man an der Interessenkonferenz in Muntelier bei Murten FR, muss vor der eigentlichen Prüfung eine entsprechende Ausbildung absolviert werden (die nicht überall gleich aufgebaut und von unterschiedlicher Dauer ist), in der Deutschschweiz bietet, zum Beispiel, das Bildungszentrum Bau in Sursee entsprechende Kurse an. Die Frage aber, wie eine Prüfung aussehen soll, die gesamtschweizerische Anerkennung findet, war lange Zeit offen.

Auch kommunale Vorgaben

Im SBB-Ausbildungszentrum Muntelier trafen sich nun Exponenten des SBV aus allen Sprachregionen inklusive Fachverband Infra, Vertreter der Suva und der Gewerkschaften, der Bildungsstätten sowie Praktiker, um den Entwurf eines Prüfungsreglements zu diskutieren, das dereinst, so hofft man, landesweite Anerkennung findet. Die Schwierigkeit dabei, dies wurde an der Tagung deutlich, besteht nicht nur in unterschiedlichen kantonalen Vorschriften, die zwingend zu beachten sind, es existieren in einzelnen Regionen darüber hinaus sogar kommunale Vorgaben.

Positive Bilanz

Die Gespräche in den Arbeitsgruppen und die anschliessenden Diskussionen im Plenum zeigten klar auf, wo der Schuh drückt und welche nicht zu unterschätzenden Klippen es zu meistern gilt. K-BMF-Präsident Jean-Pierre Largo konnte zum Schluss der Tagung gleichwohl eine positive Bilanz ziehen: Er freute sich über den sehr intensiven Dialog und dankte für die positive Einstellung diesem Thema gegenüber.

Nun gilt es, die Thematik weiter zu vertiefen und viele Einzelfragen für das in Entstehung begriffene Reglement zu klären. Unter anderem geht es um die Definition der Maschinen-Kategorien – Largo: «Heisst Kleingerät nun Kleinbagger oder Abbauhammer?» –, das Gewicht, das dem Thema Sicherheit im Rahmen der Prüfung beizumessen ist, die Anforderungen, die ein Prüfling mitbringen muss, die Frage, welche Branchen betroffen sein werden und vieles mehr.

Eine Ausbildungsempfehlung

Hinter alledem steht jedoch eine weitere schwierige Frage: Für manche Teilnehmende ist es undenkbar, dass eine Prüfung ohne eine entsprechende Ausbildung stattfinden soll. Wie aber soll sie ausgestaltet werden, wie lange soll sie dauern, wie werden Praktiker behandelt, die seit Jahren und Jahrzehnten Baumaschinen bedienen?

«Wir werden eine Ausbildungsempfehlung formulieren», versprach Ueli Büchi, Leiter Berufsbildungspolitik im SBV und Sekretär des Vereins K-BMF. Sie und die bis dannzumal überarbeiteten, präzisierten und ergänzten weiteren Dokumente sollen an einer nächsten Tagung wieder besprochen werden.

Auch wenn der Weg noch weit scheint – die Rückmeldungen waren eindeutig: «Heute wurde gute Arbeit geleistet», lobte zum Schluss dieses Treffens einer, der es wissen muss: ein aktiver Baumaschinenführer.


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