Wenn der Polier dauernd am Vermessen ist

Bis Ende November 2019 wird in Küsnacht ZH die Eigenheimstrasse saniert. Das Besondere: Es handelt sich um ein Pilotprojekt einer digitalisierten Baustelle. Das Ziel ist es, alle relevanten Informationen rund um den Bau sauber zu hinterlegen.

Einen Papierplan gibt es nicht und das Meterband kommt für Absteckungen nicht zum Zug. Stattdessen vermisst der Polier des ausführenden Baumeisterunternehmens Walo Bertschinger AG modellbasiert mit Tachymeter und Tablet. Während des Grabenaushubs für das Schmutz- und Regenwasser fotografiert er laufend die einzelnen Bauzustände sowie geologischen Verhältnisse und nimmt gleichzeitig die fürs 3D-Modelll benötigten Punkte auf. Auch die genaue Lage der Leitungen sowie das Volumen und die Qualität des aufgefüllten Kiessands werden fein säuberlich erfasst und digital dokumentiert.

Der Grund: Bei der Baustelle handelt es sich um ein Pilotprojekt einer «gläsernen» Baustelle. Eine Modellierung des ausgeführten Bauwerks, ein «digitaler Zwilling», der eins zu eins abbildet, was draussen gebaut wurde, wird im Moment erstellt. Im Volumenkörpermodell ist zum Beispiel ersichtlich wo die Kanalisation verbaut wurde und wie dick die Asphaltschichten sind. So wird man zum Beispiel bei späteren Sanierungen genau fräsen können, um hochwertige Recyclingbeläge herstellen zu können.

Initiant des Projektes ist Rolf Steiner, stellvertretender Abteilungsleiter Tiefbau der Zürcher Gemeinde Küsnacht. Das Ziel war es, bessere Grundlagen für die zukünftige Planung und das Erhaltungsmanagement zu schaffen. Dank den verfügbaren Daten wird die Qualität in der Planung und Ausführung gesteigert. Er ist mit dem bisherigen Projektverlauf sehr zufrieden. «Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen werden. Die Umsetzung des ambitionierten Projektes gelang nach Wunsch», erzählt er. Fest steht, dass andere Gemeinden und Kantone das Projekt sehr interessiert verfolgen und bald schon mit eigenen digitalen Baustellen nachziehen könnten.