Der SBV-Rechtsdienst ist für die Mitglieder on Tour

Neben den täglichen Beratungsgesprächen an der Hotline und den schriftlichen Beratungen bietet der SBV-Rechtsdienst den Mitgliedfirmen auch Referate und Schulungen an.

Die erste Austragung war gleich ein Renner: Weil es so viele Anmeldungen für die aktuelle Road Tour des SBV-Rechtsdienstes gab, wurde diese gleich dreifach geführt. Romina Dietsche, begrüsste die Anwesenden im Baumeister- Kurszentrum Effretikon. «Auf Anfrage der Sektionen führen wir solche Schulungen gerne durch», erläuterte sie. «Wir greifen dabei Themen aus der Beratungstätigkeit auf und behandeln einzelne wiederkehrende Rechtsfragen aus dem Unternehmeralltag.» Bei der Premiere der aktuellen Road Tour ging es um die Arbeitszeitregelung nach LMV und die Flexibilität. «Der Arbeitszeitkalender AZK ist ein gutes Instrument, um die Saisonalität im Baugewerbe aufzufangen», erläuterte Dietsche. Fehle ein betrieblicher AZK, komme der sektionale zum Zug. Die wöchentliche Arbeitszeit umfasst 37,5 bis 45 Stunden. Darüber hinaus dürfen,wie Dietsche erklärte, Überstunden geleistet werden, die ins Überstundenkonto fallen und bis Ende April des Folgejahres in Zeit zu kompensieren, andernfalls zu 125 Prozent zu entschädigen sind. Ab 48 Stunden pro Woche müssen die Überstunden zu 125 Prozent ausbezahlt werden. Überstunden von mehr als 25 Stunden pro Monat sind zu 100 Prozent zu entschädigen und können ebenso wenig auf den nächsten Monat übertragen werden. Dietsche diskutierte mit den Teilnehmenden den Fall eines Wintereinbruches, wenn aufgrund der Witterung an einem Tag die Arbeiten eingestellt werden müssen, weil gewisse Arbeiten aus technischen Gründen oder aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht umgesetzt werden können. In solchen Fällen sind die Mitarbeitenden über den Ausfall und die möglichen Kompensationsformen zu informieren. Bei Arbeitnehmenden mit Überstunden können die Ausfallstunden mit diesen verrechnet werden. Sind keine Überstunden vorhanden, können die Ausfallstunden im Laufe des Kalenderjahres aufgeholt werden. Ihr Tipp: Man solle ein möglichst transparentes und nachvollziehbares Vorgehen wählen.

Arbeitszeit oder nicht?

Ein weiteres Thema war die besondere LMVRegelung betreffend Reisezeit. Die Reisezeit wird definiert als Weg von der Sammelstelle bis zur Baustelle und wieder zurück. Sie zählt nicht zur Jahresarbeitszeit. Soweit diese 30 Minuten im Tag übersteigt, ist sie zu entschädigen. Diskutiert wurde auch der Fall, dass Arbeitnehmende mit dem eigenen Fahrzeug direkt auf die Baustelle kommen, auch wenn es eine Sammelstelle und einen Gruppentransport gibt. Während einer kurzen Kaffeepause nahmen die Anwesenden die Gelegenheit wahr, sich über die eigenen Erfahrungen auszutauschen, bevor weitere Fallbeispiele zu den Themen Ferien, Feiertage und Kurzabsenzen besprochen wurden. Das Feedback auf die Road Tour war sehr positiv. Stellvertretend für die anderen meinten Hansjürg Müller und Alfonsina Piscitelli von der Arnet AG: «Es war sehr interessant, wir bekamen Antworten auf unsere Fragen, und wir konnten sehr profitieren.»