Witzige Feier für die Limmattalbahn

Heute wurde die erste Etappe der Limmattalbahn feierlich eröffnet. Schlieren bekam dank des Projektes einen schönen neuen Platz und ist verkehrstechnisch noch besser an die Stadt Zürich angebunden. Die Freude bei den anwesenden Politikerinnen und Politikern war entsprechend gross – auch wenn die Reden, die sie hielten, vom Komikerduo Lapsus zum grössten Teil gar nicht übertragen wurden.

Das passiert, wenn man einem Komikerduo die Regie über eine Eröffnung erteilt: Es streicht das, was zu einem solchen Anlass gehört wie das Amen in der Kirche. Und zwar die Reden der Politiker. Zum grössten Teil, jedenfalls. Sehr zur Freude der geladenen Gäste, geschah es doch auf eine sehr witzige Art und Weise. Das Komikerduo führte die Politiker einen nach dem anderen in ein Studio, um die Rede von dort zu halten. Bei der Regierungsrätin Carmen Walker-Späh war es ein historisches Tram, ihr Aargauer Regierungsratskollege Stephan Attiger hingegen hatte das Pech, das er in den Aargau in einen strömenden Regen gestellt wurde – und das an einem sonnigen Tag. Sowohl er als auch Walker-Späh wurden, kaum hatten sie begonnen zu reden, einfach weggezappt. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch war also vorgewarnt und verkündete entsprechend: «Wir von der Stadt Zürich haben absolut keinen Humor!» Sie und ihr Stadtratskollege Michael Baumer verlangten mit – selbstverständlich gespieltem – Nachdruck, ihre Rede halten zu können. Dabei gab es allerdings ein Problem: In der Zwischenzeit hatten sie sich verdoppelt, man sah sie auf der Bühne und auf der Leinwand, wo sie sich für ihre Ansprachen bereit machten. Natürlich musste da das Komikerduo eingreifen. Gross zu Wort kamen Mauch und Baumer allerdings ebenfalls nicht, und Nationalrat Hans Egloff, der ankündigte, er habe selber einen Film gedreht, um nicht weggezappt zu werden, auch nicht. Daniel Issler, Geschäftsführer und Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn, gelang es immerhin, einen Unterschied zwischen der Stadt Zürich und Schlieren aufzuzeigen: In Zürich sind die Bordsteine breiter. Selbst Schlierens Stadtpräsident hatte nichts zu sagen, obwohl das Fest auf dem Boden seiner Gemeinde stattfand.

Allerdings, etwas konnten die Politikerinnen und Politiker: Ihre Treffsicherheit beim Minigolf unter Beweis stellen. Wie beim Bauprojekt brauche es auch beim Minigolf Genauigkeit und Präzision, erklärte Theo Hitzig vom Duo Lapsus.

Termine und Kosten eingehalten

Die Eröffnung mit den gefilmten und weggezappten Reden war sehr witzig gemacht und technisch sehr anspruchsvoll, weil die Gäste der ersten Tramfahrt von Schlieren nach Altstetten unterwegs auf einzelne Redner trafen, die unentwegt, wenn auch ohne Publikum, am Strassenrand oder im Tramdepot ihre Rede hielten. Den Mut dazu hatten Hans Egloff, der Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger sowie Daniel Issler von der Limmattalbahn.

Auch wenn die Reden nur zu einem kleinen Teil zu hören waren, die Kernaussage war: «Die 1. Etappe der Limmattalbahn ist fertig gebaut: termingerecht, innerhalb des Budgets und glücklicherweise ohne
schwere Unfälle während der Bauzeit. Das freut mich und macht mich stolz. Stolz auf alle Beteiligten, die in den letzten zwei Jahren auf der Baustelle und in Büros dafür gesorgt haben, dass diese neue Verbindung zwischen derStadt Zürich und Schlieren am 2. September in Betrieb geht», wie es Hans Egloff, Verwaltungsratspräsident der Limmattalbahn, ausdrückte.

«Spanisch-Brötli-Bahn»

Nach der Eröffnung ist vor der Eröffnung: Derzeit wird die zweite Etappe der Limmattalbahn gebaut, die bis Killwangen führen wird. Die neue Verbindung zwischen den Kantonen Zürich und Aargau ist eigentlich eine alte: Die 1847 eröffnete Schweizerische Norbahn war die erste Bahnstrecke, die sich ganz auf Schweizer Boden befand. Sie verband die beiden Städte Zürich und Baden. Im Volksmund wurde sie «Spanisch-Brötli-Bahn» getauft, weil es das Blätterteiggebäck Spanische Brötli in Baden gab, in Zürich aber nicht. In Erinnerung an die Vorgängerbahn wurden bei der Erstfahrt denn auch Spanische Brötli serviert.

Oje: Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch hat sich verdoppelt! Da muss Theo Hitzig vom Duo Lapsus eingreifen.
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