Arbeitszeiten bei Hitze – Kann man den Arbeitsbeginn vorverschieben?

In diesen heissen Sommertagen stellt sich die Frage, wie man die Arbeitnehmer vor der Hitze schützen kann. In der Praxis verschieben mehrere Baubetriebe soweit arbeitsgesetzlich möglich den Arbeitsbeginn vor. Die Entscheidung über einen früheren Arbeitsbeginn wird in den meisten Fällen dem Bauführer überlassen. Er kann die Verhältnisse und die auszuführenden Arbeiten vor Ort am besten beurteilen. Dabei stellt sich die Frage, ob man dafür den Arbeitsbeginn, zum Beispiel auf 6:00 Uhr, vorverschieben kann. Gemäss Art. 52 Abs. 1 LMV gilt als Tagesarbeit im Sommer die Zeit zwischen 5:00 und 20:00 Uhr und im Winter die Zeit zwischen 6:00 und 20:00 Uhr. So mit könnte man die Arbeitszeit theoretisch auf 5:00 Uhr vorverschieben. Jedoch muss man als Baubetrieb bei Arbeiten in Siedlungsgebieten immer auch die Ruhevorschriften gemäss Polizeiordnung der Gemeinden und die Lärmschutzvorschriften einhalten (vgl. Baulärm­Richtlinie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU)). Grundsätzlich besteht zwischen 12:00 und 13:00 Uhr und zwischen 19:00 und 7:00 Uhr, an Sonn­ und allgemeinen Feiertagen ein erhöhter Ruheanspruch. Je nach Gemeinde werden die Ruhe­ und Lärmvorschriften anders gehandhabt. Will man bei diesen heissen Tagen den Arbeitsbeginn in die frühen, kühleren Morgenstunden vorverschieben, empfehlen wir mit der zuständigen Gemeinde Kontakt aufzunehmen um den ge planten Ausführungszeitplan und das weitere Vorgehen (allfälliges Bewilligungsgesuch) zu besprechen. Für weitere Fragen diesbezüglich steht Ihnen der Rechtsdienst des Schweizerischen Baumeisterverbandes unter der Nummer 058 360 76 76 gerne zur Verfügung.

Nora Picchi Rechtsdienst SBV