«ISAB sorgt für Fairplay im Bau»

Das Informationssystem Allianz Bau verbessert und modernisiert den Vollzug von allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträgen in der ganzen Baubranche. Warum die Angestellten der Stettler AG zu den ersten Bauarbeitern gehörten, welche ihre persönliche ISAB Card entgegennehmen konnten, erklärt Firmeninhaber und CEO Christoph Loosli.

Vor wenigen Tagen sprach SBV-Zentralvorstandsmitglied Christoph Loosli in der «Schweizer Bauwirtschaft» Klartext: «Die Digitalisierung wird die Bauberufe attraktiver machen.» Bei Loosli sind das keine leeren Worthülsen, wie er als Firmeninhaber und CEO der im bernischen Studen ansässigen Stettler AG beweist. Er hat im April auf das Informationsschreiben zur ISAB-Lancierung so schnell reagiert, dass wenige Tage später seine Angestellten zu den ersten Bauarbeitern der Schweiz gehörten, welche ihre persönliche ISAB Card entgegennehmen konnten. «Für mich ist es wichtig, dass alle unsere Mitarbeitenden, die dem LMV des Bauhauptgewerbes unterstellt sind, auf der Baustelle die ISAB Card auf sich tragen und so sichtbar ist, dass wir die Lohn- und Arbeitsbedingungen einhalten», erklärt Loosli. Sobald auch die Kontrolldaten der Paritätische Kommission Gleisbau im ISAB-System erfasst worden sind, werde er umgehend die nächste Grossbestellung an ISAB-Cards auslösen – für jene Mitarbeiter der Stettler AG, die im Gleisbau tätig sind.
Dass die Delegiertenversammlung des SBV im Mai in Olten mehrere Massnahmen beschlossen, um mit zusätzlichen obligatorischen Voraussetzungen die Wirkung der ISAB Card weiter zu stärken, wertet Loosli, der sich als Berner Vertreter im Zentralvorstand des SBV engagiert, positiv. So soll die ISAB Card im Bauhauptgewerbe künftig einer Firma insbesondere nur noch dann ausgestellt werden, wenn diese die Sozialversicherungsnummer der Mitarbeitenden obligatorisch auf ISAB erfasst hat. «Wir Bauunternehmer erfassen die AHV-Nummern unserer Mitarbeiter ohnehin. Von daher ist es für uns kein grosser Mehraufwand, die Nummern auch ins ISAB-System einzuspeisen», erklärt Loosli. Für die allgemeine Akzeptanz von ISAB erachtet er es als Vorteil, dass die DV bei ihrem Ja zur obligatorischen Hinterlegung der Sozialversicherungsnummer einem Anliegen der Westschweizer Sektionen gefolgt ist. Dadurch würden die Chancen weiter steigen, dass ISAB dereinst flächendeckend auf Baustellen genutzt wird. Was ganz im Sinne von Loosli wäre: «ISAB sorgt für Fairplay im Bau, zwischen den einzelnen Bauunternehmen ebenso wie gegenüber den Bauherren als Auftraggebern. Vor allem die öffentliche Hand sollte künftig nur noch Firmen berücksichtigen, die mit der ISAB GAV-Bescheinigung belegen können, dass ihre korrekte Arbeitsweise mittels Kontrollen überprüft worden ist», so Loosli. Er werde jedenfalls nur noch mit Firmen zusammenarbeiten, die er dank dem neuen Informationssystem mit wenigen Mausklicken überprüfen kann – zweifelsohne ein weiterer Vorteil der Digitalisierung für die Bauberufe.

Matthias Engel

Weitere Informationen:
www.isab-siac.ch