Die Zementindustrie ist aktiver Partner beim Klimaschutz

Der Präsident der cemsuisse, Ständerat Beat Vonlanthen, unterstrich an der gestrigen Generalversammung in Bern die Leistungen der Schweizer Zementunternehmen. Ein Minus von 66,6 Prozent der CO2-Emissionen aus primär fossilen Brennstoffen seit 1990, eine Substitutionsrate durch alternative Brennstoffe von 65,5 Prozent, stabile Lieferungen von Zement für den inländischen Markt und positive Beiträge zur Biodiversität : Die Leistungen der Schweizer Zementindustrie können sich sehen lassen.

Die wichtige Basisindustrie zeichnet ein spezieller Umstand aus: Sie ist eine der wenigen Branchen, bei welcher nicht nur der Nutzen – die Herstellung von Zement, die Verwertung von Abfallfraktionen oder die Erhöhung der Biodiversität – im Inland anfällt, sondern auch deren Kosten. Dies führt dazu, dass die Industrie – wie andere energieintensive Industrien auch – besonders kritisch begutachtet wird. Dabei hat die Verankerung der gesamten Wertschöpfungskette in einem Land auch einen grossen Vorteil: Verbesserungen bei Produktionsprozessen lassen sich direkter beeinflussen, als bei geografisch weit entfernten Produktionsstätten.

Weltgrösstes Elektrofahrzeug und fehlende Planungssicherheit

Vielleicht auch deswegen steht das weltgrösste Elektrofahrzeug bei einem Schweizer Zementwerk, wie Ständerat Vonlanthen ausführte. Oder vielleicht auch deswegen betreiben Zementwerke Förderbänder, welche die Lageenergie in elektrische Energie umwandeln und so wertvollen Strom und Treibstoff ein-sparen. Besonders herausfordernd sei für die Zementindustrie der Zugang zu mineralischen Rohstof-fen, betonte Ständerat Vonlanthen. Der dominante Schutzgedanke in der Raumpolitik erschwert den Abbau von Kalkstein und Mergel in der Schweiz enorm und gefährdet die Industrie akut. Dadurch ent-stehen grosse Unsicherheiten hinsichtlich der Investitionssicherheit. Eine ausgewogene Interessensabwägung zwischen Schutz und Nutzung auf Augenhöhe tue not, so cemsuisse.

Catherine De Wolf, renommierte Forscherin an der EPFL in Freiburg, sprach als Gastreferentin zu den ökologischen Herausforderungen des Bausektors und der entsprechenden Rolle der Zementin-dustrie. Sie hielt fest, dass dreissig Prozent des in der EU generierten Abfalls Bauabfälle seien. Um die CO2-Emissionen aus dem Bausektor zu reduzieren, müssen Massnahmen entlang der gesamten Wert-schöpfungskette und entlang des Lebenszyklus’ der Bauten ergriffen werden. Wichtige Elemente dieses Prozesses seien einerseits die Gewinnung von Materialien und die Produktion der Baustoffe, andererseits aber auch der Bau, Betrieb und Unterhalt der Gebäude sowie die Abbruchphase und der Umgang mit Abfällen.

Die CEOs der Zementunternehmen Holcim Schweiz und Italien, Jura Management AG und Vigier Holding AG, Nick Traber, Lukas Epple und Patrick Stapfer, teilten an der nachfolgenden Podiumsdiskussion die Analyse der Forscherin. Die Zementindustrie in der Schweiz habe bereits einiges erreicht – gerade auch im Bereich Klinkerfaktorreduktion und Substitution traditioneller Brennstoffe. Die nun folgenden Schritte dürften schwieriger werden, da sie die gesamte Wertschöpfungskette betreffen und entsprechende Zusammenarbeit benötigen. Die CEOs bekräftigten ihre Bereitschaft, auch in Zukunft ihren Beitrag für eine weitere CO2-Reduktion und weitere Umweltverbesserungen zu leisten. Seit Jahrzehnten sei die Industrie ein zuverlässiger Partner in der Klimapolitik und sie wolle dies auch bleiben, unterstrichen die Unternehmensvertreter.