Stürmische Delegiertenversammlung der St. Galler Baumeister

Sturmböen begleiteten die Delegiertenversammlung des Baumeisterverbandes Kanton St. Gallen auf dem Zürichsee. Ein Auf und Ab zeichnet auch das Baujahr 2018 aus, wie der Verbandspräsident Ueli Weber bei seinen Ausführungen erläuterte.

Die Delegiertenversammlung der Baumeister fand auf der «LS Stäfa» auf dem Zürichsee statt, welche sich frisch überholt präsentierte. Das stürmische Wetter bewog Ueli Weber aus Wattwil zum Vergleich, dass auch die Tätigkeit auf dem Bau im vergangenen Jahr ab und zu schlingerte, sich die Branche aber erfolgreich im Gegenwind behauptete. Ein Rundgang auf der Insel Ufenau, mit dem vom Kloster Einsiedeln für über 6 Millionen Franken sanierten Inselrestaurant, und geografische und geschichtliche Ausführungen zur Region vom ehemaligen Verbandspräsidenten Beat Jud aus Schmerikon rundeten die Delegiertenversammlung ab.

Hochkonjunktur und Preisdruck

Im Jahre 2018 steigerte sich die Bautätigkeit im Kanton St. Gallen gegenüber dem Vorjahr um nochmals 3.4 Prozent auf über 1.1 Milliarden Franken. Gegen 4600 Beschäftigte setzten dieses Volumen um. Gestützt wurde diese Zahl durch den Tiefbau, welcher um 8.9 Prozent zulegte. Kehrseite der Medaille ist, dass die trotz Hochkonjunktur fehlende Gewinnmarge Investitionen nur beschränkt zulässt. Ueli Weber hielt den Delegierten bildlich vor Augen, wie hoch die Verschuldung alleine in Europa ist und was zukünftig alles davon abhängen kann. Positiv stimmt, dass die Aussichten für das Jahr 2019 dank dem öffentlichen Tiefbau und dem Wirtschaftsbau gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verändert prognostiziert werden.

Die Delegiertenversammlung genehmigten die Jahresrechnung 2018 und das Budget 2019 und stimmte auch einer Statutenanpassung aufgrund einer Forderung der kantonalen Steuerverwaltung einstimmig zu. Da es sich nicht um ein Wahljahr handelte und sämtliche Vorstandmitglieder in ihrem Amt verbleiben, mussten keine Wahlen durchgeführt werden.

Benedikt Koch, Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV), berichtete rückwirkend über die harten Verhandlungen mit den Gewerkschaften für einen neuen Landesmantelvertrag und informierte über weitere Themen. Insbesondere waren dies die Berufswerbung, das Informationssystem Allianz Bau und der Masterplan «SBV-Berufsbildung 2030». Den sinkenden Lehrlingszahlen im Bauhauptgewerbe soll entgegnet und die Bildungslandschaft überdacht werden. Nur so kann ein akuter Fachkräftemangel im Zeitalter von Digitalisierung und Automatisierung verhindert werden.

Ueli Weber verabschiedete die Delegierten und Gäste mit den besten Wünschen für das Jahr 2019 und gibt der Hoffnung Ausdruck, dass sich Qualität gegenüber zu tiefen Preisen durchsetzt.

René Engetschwiler, Geschäftsführer BVKSG