«Ein klarer Mehrwert für die ganze Bauwirtschaft»

Dank dem Informationssystem Allianz Bau (ISAB) werden Baustellenkontrollen für alle effizienter, ist Tobias Ebinger, Leiter der Paritätischen Berufskommission Bauhauptgewerbe Kanton Zürich, überzeugt.

Was für Daten hat die PBK Zürich im Vorfeld der ISAB-Lancierung erfasst?

Bereits seit Einführung der neuen GAV-Bescheinigung im Herbst 2016 haben wir die Kontrolldaten in jener umfassenden Detailfülle erhoben, die ISAB von den Kontrollbehörden verlangt. Die Informationen an sich waren also bereits vorhanden, mussten technisch aber noch aufbereitet werden, um in die ISAB-Datenbank eingespiessen werden zu können.

Was war die grösste Herausforderung bei der Datenaufbereitung?

Die schiere Datenmenge. Jedes Jahr kontrolliert die PBK Zürich rund 150 Schweizer Unternehmen sowie 50 bis 100 Entsendebetriebe. Insgesamt sind so Dossiers von 600 verschiedenen Unternehmen des Bauhauptgewerbes zusammengekommen, womit die PBK Zürich eine weit grössere Datenmenge zu bewältigen hatte als die PBK von kleineren Sektionen. Ich bin froh, hat die Datenaufbereitung trotzdem rasch und zeitgerecht geklappt, wofür ich mich bei allen Beteiligten bedanken möchte.

Nun ist das ISAB gestartet. Ist das Interesse bei den Unternehmen vorhanden, die drei Module ISAB-Portal, ISAB GAV-Bescheinigung und ISAB Card zu nutzen?

Die Grundbereitschaft, sich mit ISAB auseinanderzusetzen, ist bei den Betrieben schon seit längerem deutlich spürbar. Viele Unternehmen hatten schon letztes Jahr auf dem Radar, dass ISAB demnächst starten würde. Kritisiert wurde allenfalls, dass der offizielle Starttermin nicht schon Monate im Voraus festgelegt worden ist. Entscheidend ist nun nicht, wie intensiv die Betriebe in den ersten Tag ISAB nutzen, sondern wie Vergabebehörden wie beispielsweise Gemeindebehörden ISAB in ihrem Arbeitsalltag einsetzen werden. Je häufiger die ISAB GAV-Bescheinigung in den kommenden Monaten bei Arbeitsvergaben verlangt wird, desto schneller etabliert sich ISAB.

Was sagen Sie zu den Vorwürfen, ISAB sei zu teuer und zu bürokratisch für die Bauunternehmer?

Was gut ist, hat auch seinen Preis. Wenn ISAB von allen gelebt wird und Bauaufträge explizit an «ISAB-Betriebe» vergeben werden, sprich an Unternehmen, die vollumfänglich die Lohn- und Arbeitsbedingungen ihres GAV einhalten; bringt das neue Informationssystem einen klaren Mehrwert für die ganze Bauwirtschaft und ist auch nicht zu bürokratisch.

Interview: Matthias Engel

Das ausführliche Interview mit Tobias Ebinger lesen Sie in der Ausgabe 5 der «Schweizer Bauwirtschaft», die morgen erscheint.