Wie werden Bauunternehmen zur Marke?

Bauen ist eine Sache des Vertrauens. Schaffen es Bauunternehmen, zu einer Marke zu werden, können sie sich gegenüber Mitbewerbern positiv abheben. Der Preis verliert dadurch beim Entscheid des Bauherrn für oder gegen eine Bauunternehmung an Wichtigkeit. Zwei Experten erklären, wie Branding funktioniert.

Eine Markenerkennung bringt Glaubwürdigkeit, weiss François Cochard, Markenexperte und Trainer für Marken- & Geschäftsentwicklung (mehr zu ihm hier). Silke Egle, Inhaberin defacto | ci gmbh, Markenentwicklung und Kommunikationsdesign (mehr zu ihr hier), pflichtet ihm bei. «Marken unterstützen Kunden beim Kaufentscheid. Denn je öfter wir Dinge wiedererkennen, umso vertrauter werden sie uns», sagt sie. Cochard macht mit seinem Rockstar Prinzip Programm den Vergleich zum Rockbusiness: «Bekannte Bands ziehen das Publikum an, weil es weiss, dass es ein gutes Konzert erwarten kann. Firmen können es Rockstars gleichtun.» Dabei sollen Firmen das ausstrahlen, wofür sie stehen wollen. Egle betont: «Beim Aufbau einer Marke ist es wichtig, zuerst die eigene Strategie zu entwickeln.» Für sie ist eine Marke wie ein Gefäss, das mit positiven Wahrnehmungen gefüllt wird. «Man muss sich fragen: Für was steht das Unternehmen und wird das nach aussen erlebbar», sagt sie. Die strategischen Erkenntnisse werden in Design – visuell, akustisch, interaktiv, räumlich und haptisch umgesetzt. Für eine Marke, die positive Erlebnisse schafft.

Auch für kleine Unternehmungen

Ist das Branding, also dass man als Marke wahrgenommen wird, nur etwas für grosse Unternehmen? Egle winkt ab. Auch kleine Unternehmungen könnten in ihr Erscheinungsbild investieren. Wichtig sei es, eine saubere Basis zu legen, auf der aufgebaut werden könne. «Schliesslich müssen sich auch kleine Unternehmungen gegenüber Mitbewerbern differenzieren», sagt sie, um hinzuzufügen: «Dazu braucht es mehr als ein Logo. Man muss sich der eigenen Stärken bewusst sein und diese zum Ausdruck bringen.»

Cochard gibt zu bedenken, dass Unternehmer für sich klären sollen, welche Rolle sie selbst innerhalb der Marke übernehmen wollen und vergleicht das mit den Rollen einer Band. «Wollen sie der Sänger sein, der vorne auf der Bühne steht? Oder der Drummer, der aus dem Hintergrund den Takt vorgibt? Oder sind sie der Manager, den man nie auf der Bühne sieht, der aber im Hintergrund alle Fäden in der Hand hält? All diese Überlegungen sind bei der Entwicklung einer Markenstrategie zu berücksichtigen.»

Bitte nicht banal

Cochard erklärt, dass eine Marke Interesse wecken und Begeisterung auslösen muss. Ein starker Claim spielt dabei eine wichtige Rolle. «Der Claim muss eine anziehende Wirkung auf Kunden haben und Interesse wecken. Ein Claim wie «Wir bauen gut» weckt kein Interesse, denn Qualität erwartet der Kunde sowieso», sagt Cochard. Das gelte auch für den Text, der bei der Google-Suche auftauchen solle. «Eine Google-Suche liefert zahllose Resultate. Man muss dafür sorgen, dass man sich abhebt», meint Cochard.

Hat man seine Marke und das Logo gefunden, empfiehlt Cochard dies mit einem Markenschutz zu schützen. «Dafür braucht es einen Fachmann wie zum Beispiel die Firma Markenregistrierung.ch für einen professionellen Markenschutz», rät er.