Hohe Löhne: Nachteil für Tessiner Bauunternehmer

Am 7. April, anlässlich der Kantonswahlen, entscheiden die Stimmberechtigten von Gambarogno über ein Referendum gegen einen Zusatzkredit zum Bau ihres Hafens. Dabei geht es auch um die Frage, ob die Arbeiten von lokalen Unternehmen ausgeführt werden sollen oder von ausländischen. Der Schweizerische Baumeisterverband Sektion Tessin weist diesbezüglich auf die Bedeutung der Tessiner Bauunternehmer für die Tessiner Wirtschaft hin.

Der Landesmantelvertrag garantiert den Schweizer Bauarbeitern hohe Löhne. Davon profitieren nicht nur diese, sondern dank den Steuern, die sie für den Lohn entrichten, auch der Staat. Schön und gut, aber im Tessin zeigt sich nun die Kehrseite der Medaille: Unternehmen aus dem Ausland mit ihren sehr viel tieferen Löhnen können Projekte zu tieferen Kosten realisieren und drohen einheimische Unternehmen aus dem Markt zu verdrängen. Konkret geht es um einen Nachtragskredit zum Bau des Hafens von Gambarogno, gegen den das Referendum ergriffen wurde. Die Abstimmung dazu findet am 7. April 2019 statt. Der Schweizerische Baumeisterverband Sektion Tessin schreibt in einer Mitteilung, er schalte sich in die Diskussion ein, weil es um die Frage gehe, ob die Bauarbeiten einheimischen oder ausländischen Baubetrieben übertragen werden sollten. Der SBV Sektion Tessin macht dabei die hohen Schweizer Löhne, die vom LMV festgeschrieben werden, geltend und weist auf die Bedeutung der Tessiner Bauunternehmen für die Tessiner Wirtschaft hin. Zudem bildeten die Unternehmen Jugendliche aus. Es genüge nicht, schreibt der SBV Sektion Tessin, «zuerst die unseren, prima i nostri» oder «retten wir die Arbeitsplätze im Tessin, salviamo il lavoro in Ticino», man müsse stattdessen weitsichtig denken und kurzfristige Einsparungen hinterfragen. Wenn der Kredit von den Stimmberechtigten abgelehnt würde, halten die Tessiner Baumeister fest, dann müssten die Arbeiten ausländischen Firmen übertragen werden, mit allen nachteiligen Auswirkungen auf die Tessiner Wirtschaft.