Gratulation an Roland Kessler, zwanzigtausendster FAR-Rentner!

Roland Kessler ist der zwangzigtausendste Bauarbeiter, der von der Frührente Bau profitieren kann. Er wurde am Dienstag an einer Feier geehrt.

Maschinen mit starken Motoren haben den Bauernsohn Roland Kessler schon immer fasziniert. Beruflich als Baggerführer und privat als Töfffahrer. Künftig hat er viel Zeit dafür, denn der 60-Jährige geht am 1.April 2019 nach 29 Jahren als Baggerführer auf dem Bau in Rente.

Kessler ist just der Zwanzigtausendste, der von dieser historischen Errungenschaft pro­fitieren kann. Im Sommer 2003 gingen die ersten Bauarbeiter in die Frühpensionierung. Der Schweizerische Baumeisterverband sowie die Gewerkschaften Unia und Syna hatten sich im Vorfeld nach einer engagierten Auseinandersetzung auf den Altersrücktritt für Bauarbeiter ab 60 geeinigt. Intensive Verhandlungen, die die Sozialpartner schliesslich erfolgreich abschliessen konnten, waren auch 15 Jahre später im Jahr 2018 wieder nötig. Die Stiftung FAR, die die Rente ab 60 finanziert, stand vor grossen finanziellen Herausforderungen. Sanierungsmassnahmen waren unausweichlich. Dass die «Bau-Rente» gerettet werden konnte, freut Kessler, wie er betont.

Mit etwas höheren Beiträgen, die von den Arbeitnehmern getragen werden, einer Reduktion der Beiträge der Stiftung FAR an die berufliche Vorsorge sowie einem Anreizsystem, das das Arbeiten bis 62 für Bauarbeiter attraktiv macht, konnten sich die Sozialpartner Ende 2018 auf Sanierungsmassnahmen einigen. Damit konnte die Rente ab 60 für die kommenden Jahren gesichert werden. Die entsprechenden Sanierungsmassnahmen im GAV FAR wurden inzwischen vom Bundesrat allgemeinverbindlich erklärt und traten am 1.April 2019 in Kraft.

Vom Bauernhof zum Bagger

Kessler ist ein Bauernsohn und hatte als solcher seit seiner Kindheit eine grosse Faszination für grosse Maschinen. Nach der Landwirtschaftsschule arbeitete er zuerst als Mähdrescherfahrer, bevor er zu einer Gartenbaufirma als Baggerfahrer wechselte. Allerdings: An dieser Stelle konnte er nur auf kleinen Baustellen arbeiten. «Das war mir zu wenig anspruchsvoll», erzählt er. Er wollte richtig baggern, mit grossen Maschinen. Darum wechselte er zur Freiburger Baufirma Brodard. Der richtige Entscheid, offenbar, denn er blieb 29 Jahre.

Als zwangzigtausendster Rentner wurde Roland Kessler am Dienstag von Jacques Fragniere, Geschäftsführer Gilbert Brodard & Fils SA; Lisa Keuerleber, Geschäftsleitungsassistentin Stiftung FAR; Nico Lutz, Leiter Sektor Bau der Gewerkschaft Unia; Guido Schluep, Branchenleiter Baugewerbe der Gewerkschaft Syna; Jean-Daniel Wicht, Direktor Freiburgischer Baumeisterverband sowie Jacinthe Joye, Verbandssekretärin Freiburgischer Baumeisterverband, geehrt. Direkt nach der Feier stieg er auf seine Yamaha und brauste davon. Ganz offenkundig froh über die neue Freiheit.

Ein ausführliches Porträt über den 20 000 FAR-Rentner lesen Sie am Mittwoch, 3. April in der «Schweizerischen Bauwirtschaft».

Autor: Christian Egg / Susanna Vanek
Foto: Franziska Scheidegger