SBV setzt sich weiter für flexible Arbeitszeiten ein

Das JA der SBV-DV zum zeitgemässen LMV mit flexibleren Arbeitszeiten ist für den Verband nur ein Zwischenschritt. Auch auf politischem Weg setzt er sich weiter aktiv für eine Flexibilisierung ein, wie eine aktuelle Vernehmlassungsantwort zu zwei Parlamentarischen Initiativen zeigt.

Mit der Hauptaussage «Der SBV unterstützt grundsätzlich die vorgesehene Flexibilisierung der Arbeitsmodelle für Arbeitnehmende mit Vorgesetztenfunktion oder Fachpersonen» hat sich der Schweizerische Baumeisterverband kürzlich in einer Vernehmlassung zu zwei parlamentarischen Initiativen (Pa. IV.) geäussert: zur Pa. IV «Teilflexibilisierung des Arbeitsgesetzes und Erhalt bewährter Arbeitszeitmodelle» des CVP-Ständerats Konrad Graber und zur Pa. IV. «Ausnahme von der Arbeitszeiterfassung für leitende Angestellte und Fachspezialisten» der heutigen Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Bester Beweis dafür, dass die Flexibilisierung der Arbeitszeiten auch ausserhalb der LMV-Verhandlungen ein wichtiges Thema für die Baumeister bleibt.

Bei Bauführern anwendbar
Beide Initiativen wollen die Flexibilisierung auf Arbeitnehmende mit Vorgesetztenfunktion oder auf Fachpersonen mit genügend Autonomie und Zeitsouveränität beschränken. Der SBV geht davon aus, dass von einer entsprechenden Änderung des Arbeitsgesetztes «nur die wenigsten Personen im Bauhauptgewerbe» betroffen wären. Auf Stufe Bauführer könnte es aber zu einer Befreiung von der Arbeitszeiterfassung kommen, da diese bereits heute eigenständig genug arbeiten. «In diesen Positionen kann eine erhöhte Flexibilisierung dazu dienen, die Arbeitslast in Spitzenzeiten besser auszugleichen und in ruhigeren Zeiten besser zu kompensieren», hält der SBV fest.
«Wir würden das als Betrieb gerne so einführen, weil wir auch für die kommende Generation ein attraktiver Arbeitgeber bleiben wollen. Wir haben festgestellt, dass gerade bei den jungen Arbeitnehmern vermehrt der Wunsch nach einer Harmonisierung von Beruf und Familie vorhanden ist. Diesem Bedürfnis könnte man mit der Flexibilisierung der Arbeitszeiten gerecht werden und somit moderne Arbeitsstrukturen anbieten», sagt Martin Bordoli, Geschäftsführer Bordoli Erben AG.

«Längst überfällige Anpassung»
«Auch wenn eine grössere Ausweitung wünschenswert wäre, so ist dies bereits ein Schritt in die richtige Richtung», ist der SBV überzeugt. «Insbesondere bei Arbeitnehmern mit Vorgesetztenfunktion, namentlich den Bauführern im Bauhauptgewerbe, entspricht die geplante Flexibilisierung einer längst überfälligen Anpassung. Bereits heute besteht auf Arbeitgeber- wie auf Arbeitnehmerseite ein starkes Bedürfnis nach Flexibilisierung und freier Einteilung der Arbeitszeit», schreibt der SBV in seiner Vernehmlassungsantwort zu den beiden Initiativen. Der SBV favorisiert dabei die Pa. IV. Keller-Sutter, da diese eine grosse Flexibilisierung mit sich bringt, ohne den Arbeitgeber mit administrativem Aufwand zu belasten. Die Pa. IV. Graber hingegen führe zwar ebenfalls zu einer Flexibilisierung der Arbeitszeit, habe aber durch ihre relativ komplexe Bestimmung einen administrativen Mehraufwand bei der Arbeitszeiterfassung zur Folge.

Vorschlag der Bundesrätin erleichtert Arbeitsalltag
Die Initiative der Bundesrätin Keller-Sutter überzeugt den SBV, weil sie anders als der Vorschlag von Graber eine Befreiung der Arbeitszeiterfassung beinhaltet. Das bringe eine echte Erleichterung und befreie Arbeitgeber und Arbeitnehmer von unnötigem administrativem Aufwand. «Die Initiative beschränkt sich dabei analog der Initiative Graber auf Arbeitnehmer in höheren, autonomen Positionen. Diesen Arbeitnehmern kann durchaus zugemutet werden, ihre Arbeitszeit sorgfältig und eigenständig einzuteilen. Der Kern der Flexibilisierung liegt in der Selbstbestimmung der Arbeitnehmer, wann und wie sie ihre Arbeit erledigen möchten. Der vorgesehene Initiativtext genügt deshalb vollauf, ohne zusätzliche Bestimmungen über den Gesundheitsschutz einzuführen», schreibt der SBV.
Der Verband erinnert daran, dass das Arbeitsgesetz selbstverständlich nach wie vor auch auf Bauführer anwendbar bliebe. Und selbstverständlich sei es weiter Sache des Unternehmers, dass in seinem Betrieb die Bestimmungen des Arbeitsgesetzes eingehalten werden.