Auf dem Weg zur grenzüberschreitenden Metropolitanregion

Vor drei Jahren haben die damalige St.Galler Ständerätin und heutige Bundesrätin Karin Keller-Sutter und Ständerat Paul Rechsteiner die Diskussion angestossen. Auslöser war das Raumkonzept Schweiz, das der Ostschweiz nicht den angemessenen Stellenwert als Metropolitanraum beimisst. Wie wichtig der Status «Metropolitanregion» ist, zeigt die Tatsache, dass der Bund seine finanziellen Ressourcen prioritär in solche Wirtschaftszentren investiert. Auch Investitionsratgeber richten sich nach dem Raumkonzept Schweiz.

Die REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee und die WIRTSCHAFT St.Gallen-Bodensee haben vor zwei Jahren den Ball aufgenommen und Denkwerkstätten mit wichtigen Ostschweizer Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft organisiert. Es zeigte sich: Die Voraussetzungen für eine Metropolitanregion St.Gallen-Bodensee-Rheintal sind klar gegeben, die Bereitschaft ist da, jetzt müssen die Kräfte gebündelt werden.

Vier Räume – ein gemeinsames Ziel

Das grenzüberschreitende Rheintal spielt in der Konstituierung eine wichtige Rolle. Vorgespräche und auch das Forum zeigten, dass ein grosses gemeinsames Interesse an der Metropolitanregion St.Gallen-Bodensee-Rheintal besteht. «Grenzüberschreitendes Denken und Handeln ist für Vorarlberg unabdingbar. Die Metropolitanregion macht das gesamte Gebiet St. Gallen-Bodensee-Rheintal nach aussen hin sichtbarer und wird in Zukunft dabei helfen, Interessen zu bündeln und gemeinsam die Region voranzubringen», so der Vorarlberger Landesrat Johannes Rauch.

«Wir haben das Potenzial für eine Metropolitanregion und sollten auch als solche anerkannt werden. Die effektive Leistung kann im schweizerischen Kontext mit anderen Metropolitanräumen wie den Metropolitanregionen Bern oder Tessin mithalten. Das zeigen die Fakten. Jetzt müssen wir gemeinsam für unseren Raum einstehen und diese Tatsache nach Bern tragen», so Marc Mächler, Regierungsrat des Kantons St.Gallen. Auch Mathias Burtscher, Geschäftsführer Industriellenvereinigung Vorarlberg, ist von der Idee der Metropolitanregion St.Gallen-Bodensee-Rheintal überzeugt: «Ich wüsste nicht, was man daran nicht unterstützen kann! Es ist sinnvoll, was hier vorgestellt wurde.»

Die Charta – eine Absichtserklärung

Wie vorgegangen werden soll, welche Ziele und Strategien dabei im Zentrum stehen und wie eine Metropolitanregion St.Gallen-Bodensee-Rheintal aufgestellt ist, wurde in Form einer Charta zu Papier gebracht und am Forum mit den geladenen Gästen intensiv diskutiert. «Mit dem Bekenntnis zur Charta bekunden die beteiligten Partner, dass sie die Ziele und Inhalte mittragen und sich im Umsetzungsprozess engagieren werden. Ich bin zuversichtlich, dass nach dem Anlass die Beteiligten dieses Dokument unterzeichnen werden und wir uns auch nach aussen als Metropolitanregion behaupten können», so Thomas Scheitlin, Präsident REGIO und Stadtpräsident St.Gallen.

Handlungsschwerpunkt Erreichbarkeit

Neben der Charta wurde am Forum auch ein erster konkreter Handlungsschwerpunkt thematisiert: die Verbesserung der internationalen und innerregionalen Erreichbarkeit. «Hier liegt noch grosses Verbesserungspotential und gleichzeitig dient die Erreichbarkeit als Katalysator für andere Bereiche», so Rolf Geiger, Geschäftsleiter AGGLO/REGIO.

Nächste Schritte

Die Charta wird mit den am Forum diskutierten Erkenntnissen finalisiert und den beteiligten politischen und wirtschaftlichen Körperschaften zur Beschlussfassung vorgelegt. Der feierliche Akt des Unterschreibens und somit auch die öffentliche Ausrufung einer Metropolitanregion St.Gallen-Bodensee-Rheintal sind im Juni 2019 geplant.