Bern Bethlehem West: Hochhäuser sind möglich

In einem Studienauftragsverfahren haben drei interdisziplinäre Planungsteams Vorschläge zur Weiterentwicklung des Chantiers Bethlehem West erarbeitet. 

Chantiers sind strategisch wichtige Gebiete der Innenentwicklung. Sie weisen gemäss Stadtentwicklungskonzept 2016 (STEK 2016) ein hohes Aufwertungs- und Entwicklungspotenzial auf. Zur Entwicklung des Chantiers Bethlehem West startete die Stadt Bern gemeinsam mit der Genossenschaft Migros Aare, der Carlo Bernasconi AG und weiteren Akteuren im Frühling 2018 ein Studienauftragsverfahren. Drei interdisziplinäre Planungsteams haben seither erste Zukunftsbilder und städtebauliche Entwicklungsstrategien erarbeitet.

Attraktive öffentliche Räume

Die Beiträge zeigen, dass im Chantier Bethlehem West ein erhebliches Verdichtungspotenzial besteht. An einzelnen Standorten sind Hochhäuser denkbar. Der Chantier soll sich als gemischtes Quartier weiterentwickeln, das neben Wohnen, Einkaufen und Dienstleistungen auch künftig Gewerbe und Produktion umfasst. Ein wichtiges Element der künftigen Entwicklung ist ein attraktiver öffentlicher Raum: Alle drei Teams schlagen eine Umgestaltung der Feller- und der Riedbachstrasse vor, die eine höhere Aufenthaltsqualität erhalten sollen. Eine zentrale, grüne Quartierachse soll zudem das Wegenetz ergänzen und neue sowie bestehende Plätze zwischen dem Tscharner- und Brünnengut miteinander verbinden.

Die Vorschläge für die beiden Schlüsselareale Carlo Bernasconi und Migros zeigen vielfältige Lösungsansätze für attraktive, gemischt genutzte und verdichtete Überbauungen auf. Die bestehenden Produktionsräume der Firma Carlo Bernasconi und das Einkaufszentrum können kombiniert werden mit zusätzlichen Wohnnutzungen.

Die Studien zeigen ausserdem, dass ein unterirdisches Tramdepot auf dem Areal Migros Zentrum Bethlehem grundsätzlich räumlich umsetzbar wäre. Diese Erkenntnis fliesst in die parallel laufende Standortevaluation für ein neues Tramdepot westlich des Hauptbahnhofs ein. BERNMOBIL hat langfristig Bedarf für zusätzliche Abstellkapazitäten und evaluiert derzeit gemeinsam mit der Stadt Bern mögliche Standorte.

Einbezug von Quartierwissen

Vertreterinnen und Vertreter von Quartierorganisationen, Grundeigentümerschaften, Verbänden und Parteien sind in den Planungsprozess eingebunden. Auf diese Weise bezieht die Stadt Bern Experten- und Quartierwissen sowie lokale Bedürfnisse und Anliegen in die Planung mit ein.

In einem nächsten Schritt erarbeitet die Stadt Bern ein städtebauliches Konzept. Dieses wird die Grundlage für die weiterführenden Planungen bilden und dem Gemeinderat der Stadt Bern voraussichtlich Mitte 2019 vorgelegt.