Bauaussichten: Blick über die Grenzen

Während der Hochbausektor in Europa bis 2020 spürbar an Dynamik verlieren wird, dürfte der Tiefbau im 2019 zu einem bemerkenswerten Zwischenspurt ansetzen. Dies sind die Voraussagen des europäischen Forschungs- und Beratungsnetzwerkes Euroconstruct.

Mit einer Ausweitung der Baumassnahmen in der Grössenordnung von jeweils 4½ Prozent werden im europäischen Tiefbau Zuwachsraten in Rekordhöhe erwartet. Umfangreiche Investitionsmittel fliessen vor allem in die Strassennetze und Schienenwege – aber auch in die Energieinfrastruktur. Neben der Verbesserung der öffentlichen Finanzsituation spielen in diesem Zusammenhang der vielerorts gestiegene Investitionsbedarf sowie die europäischen Strukturhilfen eine massgebliche Rolle.

Trotzdem zeigen sich am europäischen Bauhimmel erste Wolken. Trotz der weiterhin sehr günstigen Rahmenbedingungen wird sich bis zum Ende des Jahrzehnts die Baunachfrage in etlichen Ländern deutlich schwächer entwickeln als zuletzt. Mancherorts neigt sich die Aufwärtsentwicklung sogar ihrem baldigen Ende zu. So dürfte die bis  2020 in Finnland, Schweden, der Slowakei, Ungarn aber auch Deutschland zurückgehen.  Jedenfalls gehen davon die Experten von Euroconstruct aus.

Die deutsche Bauindustrie, indes, blickt sehr optimistisch ins 2019. Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, sagt in einem Interview mit der Allgemeinen Bauzeitung: «Die baukonjunkturelle Entwicklung in Deutschland zeigt seit einigen Jahren nur in eine Richtung: ein stetiges, anhaltend starkes Wachstum.»