Ohne Emissionen – und ohne Kabel

Wie arbeitet es sich mit akkubetriebenen Elektrobaggern? Die Erfahrungen zeigen: Gleich wie mit dieselbetriebenen.

Seit dem VW-Abgasskandal ist Diesel in die Kritik geraten. Nicht nur in Deutschland sind Dieselfahrverbote ein Thema – das Lufthygieneamt beider Basel führte in diesem Sommer Messungen zur Luftqualität durch. Für Bauunternehmer ein beängstigendes Szenario, denn ihre Flotten laufen mit Diesel. Seit 2015 sind indes Elektrobagger auf dem Markt, die kabellos betrieben werden. Entwickelt wurden sie in der Schweiz, sie sind das Produkt des ETH-Start-ups Suncar und von Huppenkothen. Die Frage stellt sich: Wie arbeitet es sich mit ihnen?

«Die Handhabung ist dieselbe wie beim Dieselbagger», sagt Erwin Schmid, der seit mehr als 20 Jahren Baumaschinen, Gabelstapler und Kleingeräte verkauft und vermietet. Er ist auch im Oberwallis tätig, wo für Bauunternehmer spezielle Bedingungen herrschen. In Saas-Fee, etwa, darf aus Umweltschutzgründen nur während zehn Wochen im Jahr mit Dieselbaumaschinen gearbeitet werden. Weil Schmid seine Bagger aber nicht nur wochenweise, sondern möglichst ganzjährig vermieten möchte, nahm er die Suncar-Elektrobagger in sein Portfolio auf. So sind mittlerweile drei Elektrobagger in Saas-Fee unterwegs, ohne Lärm und ohne Emissionen. Seine Kunden, lobt Schmid, seien sehr zufrieden. Die Bagger seien bei den verschiedensten Arbeiten im Einsatz, vom Aushub eines grossen Mehrfamilienhauses über Umgebungsarbeiten bis zum Freigraben einer Mauer. «Es hat sich gezeigt, dass eine Laufzeit von vier bis acht Stunden im kabellosen Betrieb absolut ausreichend ist», so Schmid.

Unter dem Zürcher Hauptbahnhof

Seit Juni 2018 wird im Südtrakt des Zürcher Hauptbahnhofes gearbeitet. Das denkmalgeschützte Gebäude, das 1871 entworfen wurde, wird generalsaniert. Im Keller arbeitete Baggerführer Tristan Huber für die Firma KIBAG mit einem Suncar TB216E. Er, der ursprünglich Maurer gelernt hat und heute als Maschinist tätig ist, bekennt: «Ich wusste gar nicht, dass es akkubetriebene Elektrobagger gibt.» Für den Aushub und das Untergraben der Mauern im Keller des Südtrakts kam nur ein Elektrobagger in Frage, weil in diesen geschlossenen Räumen keine Abgase entstehen dürfen. Dass der Bagger von Suncar kabellos betrieben wird, erleichtert die Bedienung gemäss Huber beträchtlich. «Mit dem akkubetriebenen Bagger muss ich mich nicht immer neben dem Baggern noch auf das Kabel achten.»

Wenn die Arbeit, wie etwa der Betonabbruch, viel Bewegung erfordere, könne es leicht passieren, dass man sich mit dem Kabel verheddere, erklärt Huber.

Ausreichende Laufzeit

Der akkubetriebene SUNCAR-Bagger ist also praktischer im Einsatz als ein kabelbetriebener Elektrobagger. Wie fällt aber der Vergleich mit einem Dieselbagger aus? Es gäbe eigentlich gar keine grossen Unterschiede, sagt Huber. Was er aber besonders schätze, sei, dass er deutlich leiser als ein Dieselbagger sei. Doch im Gegensatz zu einem Dieselbagger und einem kabelbetriebenen Elektrobagger hat der akkubetriebene Elektrobagger eine beschränkte Laufzeit. «Die Laufzeit des Suncar Baggers ist beschränkt, aber absolut ausreichend», kommentiert Huber. Kurzes Nachladen während der Znüni- und Mittagspause und mit dem Bagger könne während des ganzen Tages gearbeitet werden.