Vom Spitzensportler zum Baumeister

In diesen Tagen können zahlreiche junge Berufsleute ihre Baumeisterdiplome in Empfang nehmen. Den Anfang gemacht hat die Diplomfeier der Romands in Môtiers. Unter den Diplomierten dort war Daniel Forrer, der nicht nur beruflich Gas gibt, sondern auch auf der Skipiste. Letzeres heute nur zum eigenen Vergnügen, früher aber als Rennfahrer im Weltcup.

Das Lernen sei ihm nicht schwergefallen, meinte Daniel Forrer, nachdem er sein Diplom als Baumeister in Môtiers in Empfang genommen hatte, «ausser im Winter, wenn die Sonne schien und es gute Schneeverhältnisse hatte. Dann wäre ich am liebsten auf die Piste gegangen.» So, wie er es formulierte, könnten es andere auch sagen. Wobei bei Forrer der Fall dann doch etwas anders liegt. In seiner Jugend galt er als talentierter Nachwuchsskirennfahrer, fuhr er FIS-Rennen. Später sattelte er auf Telemark um und fuhr dort Weltcup-Rennen, wobei er zahlreiche Podestplätze erreichte. Erfolgreich war er vor allem in den technischen Disziplinen. Viel Aufhebens um seine sportlichen Lorbeeren mochte er nicht machen, nur eine Anekdote erzählte er: «Der Lehrmeister von Beat Feuz erkundigte sich vor dessen Lehrbeginn bei meinem, wie es ist, einen Spitzensportler auszubilden.» Die Tipps haben offenbar gefruchtet. Feuz ist heute Maurer, als solcher Botschafter für Bauberufe – und Abfahrtsweltmeister.

Sprachwechsel

Den Baumeistertitel erwarb Forrer in der Romandie, wo er aktuell als Vizedirektor bei Grisoni-Zaugg, Filiale Domdidier, tätig ist. Seine Lehre, dagegen hatte er, der in der Deutschschweiz wohnt, auf Deutsch absolviert. Sein erstes Weiterbildungsziel war die Polierausbildung. Eine Zementallergie verunmöglichte das. Forrer sattelte deshalb um und erwarb die Berufsmatura. Die Bauführerausbildung, dann, machte er auf Französisch.

In seinem Unternehmen sei aufgrund seiner Position als Vizedirektor die Erwartung da gewesen, dass er sich weiterbilde, berichtet er. Dass fünf andere den Bildungsweg ebenfalls in Angriff genommen hatten – vier davon erfolgreich -, sei toll gewesen. «Wir konnten viel gemeinsam lernen und wir haben uns gegenseitig immer wieder motiviert, am Ball zu bleiben», berichtete er an der Feier.