Quartalserhebung Schweizerischer Baumeisterverband: Umsätze im Wohnungsbau gehen zurück

Die Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe sind in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent zurückgegangen. Die Auftragseingänge sinken um vier Prozent. Ein starker Einbruch der Bautätigkeit ist jedoch kurzfristig kaum zu erwarten. Dies geht aus der neusten Quartalsstatistik des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) hervor.

Das Bauhauptgewerbe hat in den ersten neun Monaten 14.9 Milliarden Franken umgesetzt, 2.7 Prozent weniger als im Vorjahr. Das dritte Quartal ist dabei schwächer ausgefallen als das erste Halbjahr 2018. Die Auftragslage deutet auf eine weitere Konsolidierung für den Rest des Jahres hin. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe werden 2018 das Niveau des Vorjahres nicht mehr erreichen. 2019 dürften die Umsätze weiter sinken. Ein starker Einbruch der Bautätigkeit ist jedoch kaum zu erwarten.

Wohnungsbau auf dem Rückzug – Hoffnung auf eine sanfte Landung

Die Zeichen verdichten sich: Der Wohnungsbau hat seinen Zenit überschritten. Das Volumen geht zurück. In den letzten Jahren hatten die tiefen Renditen auf den Finanzmärkten den Mietwohnungsbau gestützt – für Investoren waren Immobilien trotz sinkender Wohnungsnachfrage eine attraktive Alternative zu Anleihen oder Aktien. Dies hat aber auch dazu geführt, dass die Leerstände stark gestiegen sind. Damit haben sich auch die Risiken für den Wohnungsbau erhöht – eine Korrektur sowohl der Immobilienpreise als auch der Wohnbautätigkeit scheint mittel- bis langfristig unausweichlich. Der jetzige moderate Rückgang der Wohnbautätigkeit kann helfen, diese Risiken abzufedern und nährt die Hoffnung auf eine sanfte Landung. Die Fundamentaldaten, vor allem die tiefen Zinsen, dürften sich in den kommenden Quartalen kaum wesentlich verändern. In Regionen mit hohen Leerständen kann es aber auch kurzfristig zu substanziellen Rückgängen der Wohnbautätigkeit kommen.