LMV/FAR-Verhandlungen: Die SBV-Sektionen sind sich einig

Der Schweizerische Baumeisterverband engagiert sich mit Herzblut dafür, Lösungen für einen modernen und zeitgemässen Landesmantelvertrag sowie die Frührente Bau ab 60 zu finden. Leider haben die Verhandlungen mit den Sozialpartnern, die sinnvolle Lösungsvorschläge aus ideologischen Gründen abblocken, bis jetzt noch zu keinem Erfolg geführt. Innerhalb des SBV herrscht indes Einigkeit.

Die SBV-Verhandlungsdelegation erhält für ihren Kurs einen breiten Support aus den Sektionen. «Die Baumeister fordern in den aktuellen Verhandlungen über den neuen LMV nicht mehr Arbeitsstunden als heute, aber eine flexiblere Organisation der Arbeitsstunden übers Jahr», schreibt Peter Rust, Präsident Baumeisterverband Zug, in einem Leserbrief. «Pro Jahr sollen 100 Minderstunden beziehungsweise 200 Mehrstunden erfasst werden können. Mit dieser Massnahme wollen die Baumeister die Festanstellungen auf den Baustellen erhalten», äussert sich Reto Birrer, Präsident Baumeisterverband Luzern, seinerseits mit einem Leserbrief. «Lösungsvorschläge für den FAR und den LMV liegen seitens des Baumeisterverbandes seit Monaten vor», äussert sich Fred Zimmermann, Präsident Kantonal-Bernischer Baumeisterverband, in einem Interview mit der Jungfrau-Zeitung. «Es wäre wünschenswert, dass sich die Gewerkschaften am Verhandlungstisch als konstruktive Vertreter der Bauarbeiter und für die Sicherung der Arbeitsplätze auf unseren Baustellen einsetzen, anstatt lediglich mit medialen Aktionen Staub aufzuwirbeln», spricht Peter Sommer, Geschäftsführer Kantonal-Bernischer Baumeisterverband, in einem Leserbrief Klartext.

Was den flexiblen Altersrücktritt betrifft, so liegt eine pfannenfertige Lösung auf dem Tisch. Indes – die Gewerkschaften lassen sie nicht zu, weil sie in den LMV-Verhandlungen noch mehr Geld aus den Baumeistern herauspressen wollen. Pierre Parietti, Präsident der jurassischen Baumeister, sagt dazu: «Ich verstehe nicht, wie sich die Sozialpartner so verhalten können. Dass die Gewerkschaften die Lösung für die Sanierung des vorzeitigen Altersrücktritts FAR blockieren, ist für die Nutzniesser sehr bedauerlich. Es ist unverständlich.»

Nicola Bagnovini, Geschäftsführer der Tessiner SBV-Sektion, unterstrich in zwei Beiträgen, die in Corriere del Ticino und in La Regione erschienen sind, die Bedeutung einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten auf dem Bau. Im Gegensatz zur Industrie, schrieb Bagnovini in La Regione, bestimme auf den Baustellen das Wetter die Arbeit. Bagnovini betonte weiter, es gehe darum, Festanstellungen gegenüber Temporärstellen zu festigen. Für die Bewältigung der Arbeitsspitzen sei eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten notwendig, wobei die Arbeitszeit an und für sich nicht erhöht werde und jede Minute korrekt entlöhnt und kompensiert werde. Das alles diene auch dem Wohl der Arbeitnehmer.

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