Klares Bekenntnis zum Rentenalter 60

In einem Interview, das er der Luzerner Zeitung gegeben hat und das von verschiedenen Medien aufgegriffen wurde, spricht Roland Dubach, der die Bausparte der Anliker-Gruppe leitet und der Finanzchef der ganzen Gruppe ist, Klartext. Er sagt: «Im Bau ist man es sich gewohnt, lösungsorientiert zu arbeiten. Diesen Eindruck hinterlassen die beiden Sozialpartner gegenwärtig nicht.» Weiter unterstreicht Dubach, dass das Rentenalter 60 gerettet ist, dass die Gewerkschaften jedoch mit der Umsetzung der Sanierungspläne zuwarten und so die Unsicherheit für die Betroffenen erhöhen. 

«Wir könnten sofort mit der Sanierung der Frührente ab 60 beginnen», sagt Roland Dubach, CFO der Anliker-Gruppen und CEO Bau, im Interview mit der Luzerner Zeitung. «Die ausgehandelte und auch bereits vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) geprüfte Sanierung liegt auf dem Tisch. Das Rentenalter bleibt bei 60, die Renten werden nicht gekürzt. Die Beiträge der Arbeitnehmer steigen um 0,5 bis 0,75 Prozent. Sie werden mit Lohnerhöhungen vollständig kompensiert.» Dubach unterstreicht, wie dringlich es ist, die Sanierung unverzüglich umzusetzen und dass es die Gewerkschaften sind, die die Umsetzung blockieren und so das Rentenalter 60 gefährden. Dubach kann, wie er im Interview festhält, verstehen, dass das bei auf dem Bau Beschäftigten, die auf die 60 zugehen, für Unsicherheit sorgt. Er unterstreicht: «Unser Unternehmen steht voll und ganz hinter dem Rentenalter 60».

Ein Prozent mehr Lohn

Dubach gibt im Interview auch Auskunft, dass die Baumeister mit einer Lohnerhöhung von 150 Franken nicht nur die höheren Arbeitnehmerbeiträge, die die Sanierung der Stiftung flexibler Altersrücktritt FAR gewährleisten, ausgleichen, sondern zu einer Lohnerhöhung von 1 Prozent führen. Er erläutert auch, was die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes bedeutet: Keineswegs 12-Stunden-Tage oder Gratisarbeitsstunden, wie das die Gewerkschaften behaupten. «Da würde uns schon das Arbeitsrecht Grenzen setzen. Überschreitungen von Tages- und Wochenarbeitszeiten sind nicht erlaubt und Gratis-Arbeitsstunden schon gar nicht. Die Bauunternehmen würden sich selbst schaden, wenn sie an solchen Grenzen ritzen. Denn es sind die Mitarbeiter, die die Häuser und Strassen bauen, sie sind unser höchstes Gut. Wir legen alleine schon darum Wert auf ihre Ausbildung, ihre Gesundheit und ihre Leistungsfähigkeit», sagt Dubach. Er  skizziert weiter, was die Bauunternehmer unter einer Flexibilisierung der Arbeitszeit verstehen: Praxistaugliche, leicht umsetzbare Lösungen. Das käme gemäss Dubach auch den Angestellten zugute, so könnten Portugiesen oder Spanier in auftragsarmen Zeiten zwei Wochen am Stück länger Ferien in den Heimatländern verbringen. Festangestellte brauchten weniger Konkurrenz durch temporäre Fachleute zu befürchten, weil Auftragsspitzen nicht mehr durch Externe aufgefangen werden müssten. Die Unternehmen müssten nicht mehr mehr als 50 Kilometer entfernte Aufträge zu Tiefstpreisen annehmen, um die eigenen Angestellten in flauen Zeiten beschäftigen zu können. Denn, macht Dubach klar: Trotz hohem Bauvolumen sei es nicht gelungen, die Preise korrekt zu gestalten. Weniger starre Regeln würden es vereinfachen, mehr aus dem Schweizer Markt zu machen.