Neues Pilotprojekt bereitet Lernende besser auf die Baustelle vor

Im Rahmen des Pilotprojektes «Wir bauen ein Haus» erstellten Lernende in der Maurerhalle Effretikon vom 27. August bis zum 5. Oktober 2018 ein Haus. Die Erfahrungen sind positiv. Vom 5. November bis zum 14. Dezember 2018 wird das Pilotprojekt in Moutier durchgeführt.

Baustellenarbeit ist Teamarbeit. Das ist für Jugendliche, die ihre Berufslehre als Maurer starten, anfänglich genauso ungewohnt wie die körperliche Belastung – in der Schule wird viel gesessen. Damit der Start der Berufslehre gut gelingt, sorgen die für die Bildung der Maurer  Verantwortlichen immer nach neuen Wegen. Daniel Martin, Leiter des Baumeister Kurszentrum Effretikon, erklärt: «Wir probieren Dinge aus, um uns weiterzuentwickeln. So entdecken wir bessere Wege, die auf die Lernenden und die Unternehmer zugeschnitten sind. Nichts zu machen, wäre ein Rückschritt.»

Um das Ziel, die Lernenden besser auf die Baustelle vorzubereiten und damit die Berufsbildner im Betrieb besser zu unterstützen, wurde für das Pilotprojekt der erste und der zweite ÜK zusammengelegt. So haben die Lernenden und die Instruktoren sechs Wochen Zeit um in Vierergruppen je ein Häuschen zu bauen. Wie bisher werden dabei in den ersten zwei Wochen die Grundlagen zum Mauern und zum Schalen vermittelt.

Benotet werden die Lernenden nicht nur einzeln, sondern auch als Team. Teamarbeit ist schliesslich auf der Baustelle wichtig. Die Lernenden halfen einander, sie kontrollierten und korrigierten sich zudem gegenseitig. Auch das Hilfsgerüst entsprach der Situation auf der Baustelle. Wie auf der Baustelle gab es auch einen Polier: In jedem Haus wurde ein Lernender in diese Funktion gewählt. Damit übernahm also ein Lernender die Gesamtkoordination und war auch die Hauptkontaktperson zum Instruktor Marco Ruder. Dieser erteilte jedem Lernenden individuelle Feedbacks, damit sie wussten, wo sie stehen. Wie sich gezeigt hat, spornte der Direktvergleich die Lernenden an, an allen Häusern verliefen die Arbeiten praktisch gleich schnell. Bei der Planung der Projektwoche waren die Verantwortlichen von grösseren Unterschieden ausgegangen, weil es langsamere und schnellere Schüler gibt. Dazu war es für die Lernenden ungewohnt, sich den ganzen Tag körperlich  zu betätigen. In der kurz vorher abgeschlossenen Volksschule mussten sie meistens sitzen.

Das Fazit nach dem ersten Pilotprojekt fällt sehr positiv aus. «Wir sind auf dem richtigen Weg», sagt Martin. Nach der ersten Pilotklasse mit 13 Lernenden wird in Moutier vom 5. November bis zum 17. Dezember 2018 eine zweite Pilotklasse das Projekt testen.