Neuer LMV: Welcher Preis darfs denn sein?

Die Delegation des SBV lässt bei den LMV-Verhandlungen nicht locker. Die Gewerkschaften müssen bezüglich Vereinfachung und Flexibilisierung der Arbeitszeit auf die Baumeister zukommen. Mehr Lohn kommt nur in Frage, wenn sich auch die Gewerkschaften bewegen und insbesondere bei den Arbeitszeiten substanzielle Verbesserungen erzielt werden. Die Baumeister tragen beim FAR nach wie vor den Löwenanteil an der Finanzierung. Jetzt müssen die Gewerkschaften liefern anstatt fordern.

Am 11. September 2018 haben die letzten Verhandlungen zum LMV stattgefunden. Die nächste Runde ist auf den 3. Oktober angesetzt. Die Delegation der Baumeister fordert in den Verhandlungen mit den Gewerkschaften über den neuen LMV insbesondere eine vereinfachte und flexiblere Organisation der Arbeitsstunden übers Jahr. Dabei sollen die Bauarbeiter insgesamt nicht länger arbeiten als heute. Pro Jahr sollen jedoch 200 Mehrstunden beziehungsweise 100 Minderstunden erfasst werden können.

Ein Geben und Nehmen

In einem Gesamtpaket aus Lohn, GAV FAR und LMV haben sich die Baumeister bereits im August 2018 bereit erklärt, bei den Effektiv- und bei den Minimallöhnen 150 Franken pro Monat mehr zu bezahlen. Dies mit der glasklaren Forderung, dass die Gewerkschaften sich bei den Arbeitszeiten bewegen und Hand für praxistaugliche Vereinfachungen bieten.. Die Gewerkschaften lehnen dies aus ideologischen Gründen ab und bewegten sich bis jetzt keinen Millimeter. Mehr Lohn möchten sie trotzdem – mittlerweile haben sie ihre Forderungen auf plus 200 Franken über zwei Jahre verteilt hochgeschraubt. Geld fordern ohne zu einem Gegenwert bereit zu sein? Diese Strategie der Gewerkschaften dürfte es vor den SBV-Delegierten schwer haben.

FAR – Baumeister zahlen den Löwenanteil

Bei der Frührente Bau haben sich die Baumeister und die Gewerkschaften in den Verhandlungen auf technischer Ebene angenähert. Um ihre Basis zu bedienen, stemmen sich die Gewerkschaften gegen eine eigentlich angezeigte Erhöhung des Rentenalters und gegen eine leistungsseitige Sanierung mit tieferen Renten.. Die Gewerkschaften belasten lieber die Jungen mit 0.75% höheren, arbeitnehmerseitigen Beiträgen. Die höheren Abzüge bei den Arbeitnehmern sollen, so die Forderung der Gewerkschaften, in die Lohnerhöhungen eingerechnet werden. Dadurch übernehmen schlussendlich dann doch wieder die Arbeitgeber einen wesentlichen Teil der Sanierungsbeiträge für den GAV FAR.

Nach wie vor zahlen die Baumeister mit 5.5% Lohnbeiträgen den Löwenanteil an der FAR-Finanzierung. Das ist mehr als das Doppelte als die Arbeitnehmer. Eine ausgewogene Finanzierung sieht anders aus. Die Gewerkschaften sind definitiv nicht in der Position, betreffend FAR irgendwelche weiter gehende Forderungen zu stellen.