Jan Liebherr nahm den Bagger statt die Schere

Rund 2500 Maschinen verlassen jährlich das Liebherr Hydraulikbagger GmbH-Werk in Kirchdorf, Deutschland. Neu werden sie in einem gestern eröffneten Entwicklungs- und Vorführzentrum genau auf Herz und Nieren überprüft. Zum Einsatz gelangt dabei modernste Technik.

Rund 30 Millionen Euro investiert die Liebherr Hydraulikbagger GmbH in ihr Produktionswerk Kirchdorf im Allgäu, unweit der Schweizer Grenze. Neu bekommt das Werk ein neues Entwicklungs- und Vorführzentrum, in dem die Maschinen, die das Werk verlassen oder die im Werk entwickelt werden, genau überprüft werden. Hält eine Führerkabine regelmässigen und längeren Fahrten über unebene Schotterpisten, bei der das Fahrzeug immer wieder auf die eine oder andere Seite kippt, stand? Hält es eine Führerkabine aus, wenn sie immer wieder geschüttelt wird? Gibt es bei einem Prototypen Schwachstellen? All das wird im neuen Teil des Werks evaluiert. Zum Zentrum gehört auch eine 1,2 Kilometer lange Aussenpiste.

Weil die Tests für die Maschinen anspruchsvoll sein sollen, wären sie für allfällige Fahrer höchst ungemütlich. Deshalb gelangen bei den Tests teilautonome Fahrzeuge zum Einsatz.

Gestern wurde das neue Zentrum, das weltweit einzigartig ist, in Betrieb genommen. Jan Liebherr, Vertreter der 3. Generation und Mitglied des Verwaltungsrates, durchschnitt bei der Eröffnung das rote Band nicht mit einer Schere, sondern mit einem Bagger – es war aus Stahl. An der Feier nahmen zahlreiche Liebherr-Kunden teil, auch aus der Schweiz. Eine Werksführung und eine Maschinenshow umrandeten den Event.

Eine ausführlichere Berichterstattung erfolgt in der SBW 11/2018 vom 24. Oktober 2018.