Herzog & de Meuron bauen neues Berliner Museum

Das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron hat in Berlin die neuen Entwürfe für das geplante Museum des 20. Jahrhunderts  vorgestellt. Es soll einen völlig neuen Museumstyp darstellen. Der Spatenstich ist für 2019 eingeplant.

«Ist es eine Lagerhalle? Eine Scheune? Oder ein Bahnhof?» Diese Frage stellt nicht etwa ein Architekturbanause, sondern das für die Planung verantwortliche Büro Herzog & de Meuron selber auf ihrer Website. Die Schlussfolgerung lautet, das neue Museum sei völlig anders als andere, ein wenig Lagerhalle, weil Gegenstände aufbewahrt werden, ein wenig Bahnhof, weil hier Begegnungen stattfinden, aber auch durchaus eine Farm oder ein Tempel. Auf jeden Fall ein Ort der Stille, der Betrachtung. Architekt Jaques Herzog erklärte bei der Präsentation seinen Entwurf als «das Innere eines Brustkorbs, der sich öffnet, vor allem zur Seite des Scharounplatz.»  Kritiker Vladimir Balzer meint begeistert im Deutschlandfunk: «Es könnte jetzt am Kulturforum am Potsdamer Platz ein offener, moderner, sozialer Ort für die  Kultur entstehen. Ein Museum neuen Typs: Offen zugänglich, kommunikativ, demokratisch, sozial, respektvoll. Eigentlich kein Museum, sondern eher ein Haus für Bürger, ein Marktplatz der Kultur. Das Gebäude öffnet sich zu allen Seiten hin. Die Fassaden nach vorne hin sind grösstenteils aus Glas. Dann wird es an den Seiten grosse Tore geben, die man komplett öffnen kann, so dass sich in der Mitte die Wege treffen. An diese Tore sollen aussen LEDs angebracht werden. Das ganze Haus soll leuchten.»

Allerdings: Das alles hat seinen Preis. Budgetiert für den Bau ist eine Summe von 200 Millionen Euro. Gemäss Kulturstaatsministerin Monika Grütters werde diese deutlich überschritten. Sie geht von einer Verdoppelung der Bausumme aus. Fertig erstellt werden soll das neue Museum im Jahr 2024/25.

Herzog & de Meuron bauten in Hamburg mit der Elbharmonie bereits ein Kulturdenkmal. Während der Erstellung gaben die steigenden Baukosten zu reden, die am Ende das 11,24-fache der ursprünglich geplanten Summe betrugen. Allerdings haben sich die Hamburger mittlerweile sehr mit dem neuen Bauwerk angefreundet, Kostenüberschreitung hin oder her.

Das Museum des 20. Jahrhunderts gehört zu den Staatlichen Museen zu Berlin, es soll eine Sammlung des 20. Jahrhunderts der Berliner Nationalgalerie beherbergen. Mit dieser wird es unterirdisch verbunden sein.