LMV/FAR: Gesamtlösung mit Verbesserungen für Unternehmen

Der SBV hat den Gewerkschaften im August eine Gesamtlösung vorgeschlagen. In dieser müssen auch die Gewerkschaften den Baumeistern einen entscheidenden Schritt entgegenkommen. Mit dem Gesamtpaket, das er den Gewerkschaften vorgeschlagen hat, geht der SBV an die Grenzen des Mach- und Vertretbaren.

Der SBV hat in den Verhandlungen zum LMV und zum GAV FAR den Gewerkschaften eine Gesamtlösung vorgeschlagen. Mit seinem Angebot geht der SBV angesichts der schwierigen aktuellen wirtschaftlichen Lage an die Grenzen des Mach- und Vertretbaren. Sehr klar sind aber auch die Erwartungen der Baumeister adressiert, dass die Baumeister im Rahmen einer Gesamtlösung wesentliche Verbesserungen erhalten müssen.

Mit der vorgeschlagenen Gesamtlösung kann der SBV die Sanierung der Stiftung FAR ohne Beitragserhöhungen durch die Arbeitgeber erreichen.

  • Die Renten werden linear um 5 Prozent gekürzt und die BVG-Beiträge von 18 Prozent auf 6 Prozent reduziert. Zudem entfällt jeglicher Anspruch auf einen BVG-Beitrag, wenn der Mitarbeitende einen Kapitalbezug vornimmt. Dadurch kann ein äusserst wichtiger leistungsseitiger Sanierungsbeitrag erreicht werden.
  • Erhöhung des erlaubten jährlichen Verdienstes auf ein Total von insgesamt 30 Prozent mehr als das BVG-Minimum bei hälftiger Anrechnung der Differenz bis zu den Rentenleistungen des über 15 Prozent über das BVG-Minimum hinausgehenden Betrages. Dadurch können gewisse Arbeitnehmer einerseits die Rentenkürzungen selbst mit Weiterarbeit kompensieren und andererseits resultiert über die teilweise Koordination mit der FAR-Rente ein weiterer Sanierungseffekt.
  • Die Beiträge werden ausschliesslich arbeitnehmerseitig erhöht (von 1.5 auf 2%). Die Beiträge der Arbeitgeber bleiben unverändert auf 5.5% (Vorgabe der Resolution aus der Präsidentenkonferenz von April 2018)
  • Es wird eine fixe Obergrenze der Beitragshöhe von 7.5 Prozent eingeführt. Künftige weitere Beitragserhöhungen sind damit nicht mehr möglich.

Beim LMV sind folgende unternehmerfreundliche LMV-Verbesserungen für den SBV zentral:

  • Verbesserungen bei der Flexibilität der Arbeitszeiten mit Modell Minder- und Mehrstunden
  • Beim Stellenwechsel eines Bauarbeiters in einen neuen Betrieb orientiert sich die Lohnklasseneinteilung an seinen Fähigkeiten und ist nicht mehr an die bisherige Lohnklasseneinteilung gebunden.
  • Bei Arbeit am Samstag wie auch bei Überstunden entlöhnen die Baumeister ihre Mitarbeitenden jeweils mit einem Zuschlag von 25 Prozent, die jedoch nicht kumuliert werden sollen. Keine doppelte Zuschlagsverrechnung Überstunden und Samstagsarbeit.
  • Falls sich Mitarbeitende bei Nichtberufsunfällen aufgrund verantwortungslosem Verhalten verletzten und ausfallen, kann die Suva die Leistungen kürzen. Dieselben verursachergerechten Kürzungen sollen auch für die Unternehmen möglich sein.

Das Angebot als Gesamtlösung enthält zentrale Forderungen der Bauunternehmer, die von den Gewerkschaften scharf kritisiert werden. Deshalb wird der Vorschlag aktuell von den Gewerkschaften auch noch zurückgewiesen. Aktuell hält der SBV das Angebot noch offen. Jetzt müssen sich die Gewerkschaften im Rahmen des Pakets auch bewegen.