Hardturm-Stadion Zürich: SP stellt sich quer

Zwei Fussballvereine aber kein Fussballstadion, so präsentiert sich seit geraumer Zeit die Situation in der Stadt Zürich. Seit vielen Jahren spielen GC und der FCZ im Letzigrundstadion, das eigentlich für die Leichtathletik gedacht ist. Im November stimmen die Stadtzürcher über ein neues Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal ab. Gestern beschloss die SP, das Projekt zu bekämpfen.

Die SP-Stimmberechtigten beschlossen gestern Abend, dem aktuellen Fussballstadionprojekt «Ensemble» die rote Karte zu zeigen und eine städtische Volksinitiative für ein neues Projekt zu lancieren. Damit stellt sich die SP gegen die eigene Stadtpräsidentin Corinne Mauch und Hochbauvorsteher André Odermatt. Beide bemühten sich vergeblich, die Genossen umzustimmen. Ihre Argumente, es handle sich um ein realistisches und mehrheitsfähiges Projekt, das auch die SP so bestellt habe, fanden kein Gehör.

Das Projekt, über das die Stadtzürcher am 23. November 2018 abstimmen werden, sieht eine Kombination aus Genossenschaftssiedlung, einem Fussballstadion für die zwei Stadtzürcher Clubs FC Zürich und Grasshopper Club Zürich sowie zwei Hochhäuser mit Wohnungen und Gewerbeflächen vor, die im mittleren Preissegment angeboten werden. Die Initianten werben mit dem Argument, das Projekt werde die Steuerzahler keinen Rappen kosten. Finanziert werden soll das Projekt durch die Credit Suisse, die Stadt Zürich will den Investoren das Land im Baurecht zur Verfügung stellen und soll dafür jährlich 1,2 Millionen Franken erhalten. Möglich werden soll das, weil das Projekt durch die Rendite der beiden 137-Meter-Wohnblöcke finanziert werde. Angesichts der Forderung, in die Höhe statt in die Breite zu bauen um Kulturlandverlust zu vermeiden ist das Projekt aus städtebaulicher Sicht ein Gewinn.

Das sieht die Stadtzürcher SP anders. Ihre Volksinitiative «Für ein Fussballstadion ohne Milliarden-Abzocke» sieht vor, dass die Stadt das Stadion selbst finanziert und auf den Bau der zwei Hochhäuser verzichtet. Das ist keine neue Forderung. Allerdings:  Ein öffentlich finanziertes Stadionmodell ist 2013 an der Urne  gescheitert.