Eine Million Moskauer bekommen neue Wohnungen

Die Fussball-WM in Russland ist vorbei. «Der Event in Russland war ein grosser Erfolg – vor allem für Moskau. Wir wollen auch künftig mit den Stereotypen aufräumen und damit die Grundlage für weitere Investitionen schaffen», sagt Sergey Cheremin, der für Aussenwirtschaft und internationale Beziehungen zuständige Minister der Moskauer Stadtregierung. Dazu setzt die Stadtregierung auf auf neue städteplanerische Akzente, mehr Grünflächen, weniger Staus und Renovierungen. Die Zahlen geben der Strategie Recht: Wurden 2015 noch gut 200 Milliarden Dollar ausländische Direktinvestitionen verzeichnet, waren es mit Stand Januar 2018 bereits 280 Milliarden Dollar. Vor allem Deutschland (8,8 Mrd. Dollar), Frankreich (4,6 Mrd. Dollar), Italien (3,6 Mrd. Dollar) und auch Österreich (3,5 Mrd. Dollar) investieren am meisten in den Wirtschaftsstandort Moskau. Um Moskau für in- und ausländische Investitionen sowie Firmenansiedlungen noch attraktiver zu machen, nimmt die Stadtregierung ihrerseits viel Geld in die Hand. Allein ein bereits 2017 aufgelegtes Renovationsprogramm für über 5000 Gebäude soll die Lebensqualität verbessern. Eine Million Moskauer bekommen demnach neue Wohnungen. Parallel dazu werden mittelfristig 15 Millionen Quadratmeter alter Wohnfläche abgerissen. Für einen gehobeneren Wohnstandard und auch eine verbesserte Infrastruktur stehen insgesamt mehr als 50 Milliarden Dollar zur Verfügung.

Modernisierung der Infrastruktur

Unternehmen finden in Moskau laut Cheremin inzwischen deutlich bessere Bedingungen vor – insbesondere mit Blick auf die modernisierte Infrastruktur. So hätten die Stadtplaner von 2010 bis 2017 viele Projekte umgesetzt. Der Minister verweist auf ein intelligentes Transportsystem, eine Neuorganisation von Parkplätzen, Highspeed-Züge, die Moskau mit den vier Flughäfen Scheremetjewo, Domodedovo, Vnukovo und Schukowski sowie anderen Metropolen des Landes verbinden, und 667 Kilometer neue Strassen, 199 neue Brücken sowie Tunnel. Bis 2020 sollen 289 Kilometer Strassen und 76 Brücken, Tunnel und Überführungen dazukommen.

Was für den zivilen Bereich gilt, will Cheremin auch für den wirtschaftlichen Sektor umsetzen. Von den in der russischen Mega-Metropole existierenden 18 880 Hektaren Wirtschaftsfläche werden 4700 derzeit vollständig und 7800 teilweise reorganisiert. Beispielgebend hierfür sei unter anderem der ZIL-Wirtschaftspark mit 377,6 Hektaren Ausdehnung und 5,2 Millionen Quadratmetern aufbereiteter Fläche. Im Zuge der Investitionen in die Forcierung wirtschaftlicher Projekte wurden seit 2013 über vier Millionen Quadratmeter umfassende Real-Estate-Vorhaben umgesetzt. In Summe werden 40 Millionen Quadratmeter in diesem Bereich angestrebt.

Lebensqualität und Forschung

Zu einem Prestigeprojekt der Stadtregierung Moskaus in Sachen Kulturangebot und mehr Lebensqualität gehört der erst im September 2017 eröffnete Zaryadye-Landschaftspark – zu sehen auf dem Foto -, der sich unweit des Kremls und des Roten Platzes über 10,2 Hektar inmitten der Stadt erstreckt und laut offiziellen Angaben jährlich von zwölf Millionen Menschen besucht wird. Dazu gehört unter anderem die «Schwimmende Brücke» über die Moskwa und eine Open-Air-Konzerthalle.