St.Galler Baumeisterverband vor natürlicher Baukunst

Auf ein Jahr mit starker Bautätigkeit blickte der St.Galler Baumeisterverband an seiner Delegiertenversammlung auf der Schwägalp zurück, wobei deutliche Veränderungen im Wohnungsbau zu spüren sind. Vor dem Säntismassiv wurde die DV abgehalten.

Obwohl im Baugewerbe mit den Verhandlungen des Landesmantelvertrages ein hartes Seilziehen bevorsteht, trainierte der St.Galler Baumeisterverband auf der Schwägalp weder vorsorglich noch effektiv. Vielmehr wurde 300 Meter neben dem Kantonsgebiet im Hotel Säntis und damit auf Appenzeller Boden die 86. Delegiertenversammlung ausgetragen. Gemeindepräsident Kilian Looser aus dem benachbarten Nesslau machte bei seinem Willkomm darauf aufmerksam, dass im Nesslauer Moor der Mittelpunkt des Kantons St.Gallen liege.

Das Säntis-Massiv und die ganze Landschaft Toggenburg regte den Verbandspräsidenten Ueli Weber aus Wattwil zu einem spannenden Ausflug in der Frühzeit der Erde an. Er zeigte anhand der Landschaft auf, wie sich die tektonischen Platten im Laufe der Millionen Jahre verändert und damit auch die Landschaft im Toggenburg geformt haben. Pro Jahr verschieben sich diese Platten um einen Zentimeter, auf Tausende von Jahren wird dies wieder zu neuen Landschaften führen. Darum sei die Natur der grösste Baumeister, betonte der Baumeisterpräsident und wünschte sich, dass sich Bauvergaben mehr über Kultur und Qualität statt über den Preis definieren sollten.

Starker Tiefbau

Im Jahre 2017 wuchs das Bauvolumen im Kanton St.Gallen auf fast 1,1 Milliarden Franken, was einer Steigerung von 10,5 Prozent entspricht. Hauptgrund des Wachstums war der Tiefbau mit einem Plus von 25 Prozent, was auf die Autobahnsanierung Rheineck-St.Margrethen und Umfahrung Bütschwil zurückzuführen ist. Der Hochbau blieb auf Vorjahresniveau. Die grosse Anzahl leerstehender Wohnung gibt dabei zu Sorgen Anlass. Wenn neue Wohnungen gebaut werden, würden sie kleiner und altersgerechter gestaltet. Die Aussichten für 2018 werden gesamthaft aber noch als gut, aber margenarm taxiert.

Die Zahl der Mitgliederfirmen sank 2017 von 164 auf 161. Grösste Sektion nach Lohnsumme ist Wil-Toggenburg-Gossau vor Region Etzel+Linth, Stadt St.Gallen, Sargans-Werdenberg und Rorschach-Rheintal. Der Vorstand mit Präsident Ueli Weber, Wattwil, Vizepräsident Othmar Schlauri, Zuckenriet, Paul Christinger, Rorschach, Werner Kühne, St.Gallen, Herbert Lins, Gommiswald und Thomas Toldo, Sevelen, wurde wiedergewählt. Neu wurde Urs Meyer als Präsident der Kurskommission Maurerlehrhalle Gossau gewählt.

Der Baumeisterverband ist auch für die Ausbildung des Berufsnachwuchses verantwortlich. Mit 93 Maurer/-in, acht Baupraktiker und 29 Verkehrswegbauende traten neun Prozent mehr Lernende ein.