Sika bleibt unabhängig

Der gordische Knoten ist gelöst: Saint-Gobain und Sika haben eine Einigung gefunden. Damit ist die fremde Übernahme von Sika gescheitert. Allerdings mussten die Sika-Verantwortlichen dafür sehr viel bezahlen.

Völlig überraschend hat Sika heute morgen eine Medienmitteilung versendet. «Sika, die Familie Burkhard und Saint-Gobain haben im Interesse aller involvierten Parteien und ihrer jeweiligen Aktionäre und Stakeholder Verträge zur Beendigung und Beilegung ihrer Streitigkeiten unterzeichnet», steht darin. Für die Gründerfamilie Burkhard bedeutet das Zahltag, und es gibt sogar 500 Millionen obendrauf: Statt 2,75 Milliarden Franken erhält sie 3,22 Milliarden Franken, was der Wertsteigerung von Sika seit 2014, als der Übernahmeversuch statete, entspricht. Saint-Gobain hält mit der Einigung eine Minderheitsbeteiligung an Sika von 10,75 Prozent für mindestens zwei Jahre und wird damit grösster Aktionär des Zuger Baustoffkonzerns. Das Unternehmen selbst kauft sich jedoch eine Kapitalbeteiligung von 6,97 Prozent und 23,7 Prozent der Stimmrechte an Sika zurück. Die Schweizer Firma zahlt den Franzosen dafür 2,08 Milliarden Franken. Damit sichert sich Sika die Unabhängigkeit. Die Übernahme durch Saint-Gobain war für die Sika-Verantwortlichen ein No-go, weil der französische Konzern ein Mitbewerber ist.

Ist das nun ein Sieg für Sika? Gemäss Cash.ch sieht ein Finanzanalyst in erster Linie die Familienaktionäre und Saint-Gobain als Sieger.

Am 11. Juni 2018 soll an einer ausserordentlichen GV der Deal abgesegnet werden.