Bauvolumen weiterhin erfreulich hoch

Die Luzerner Baumeister können mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden sein. Die hohen Arbeitsvorräte lassen zudem auf ein gutes 2018 schliessen.

Die Zentralschweizer Baumeisterverbände blicken generell auf ein gutes Jahr 2017 mit einem moderaten Wachstum zurück. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe stiegen gesamtschweizerisch um 4 Prozent an. Auch der Kanton Luzern kann sich über ein hohes Bauvolumen freuen, wie Reto Birrer, Präsident des Baumeisterverbandes Luzern (BVL), an der Generalversammlung im Guido-A.-Zäch-Institut in Nottwil erklärte. Der Arbeitsvorrat lag Ende 2017 bei 823 Millionen Franken, was gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um fast 10 Prozent bedeutet. Hingegen steige aufgrund des tieferen Bevölkerungswachstums der Bestand an Leerwohnungen. Das lasse die Investoren vorsichtiger werden, weshalb Birrer für 2018 mit leicht sinkenden Umsätzen im Wohnungsbau rechnet.

«Nicht ins Stocken geraten»

Mit rund 4500 Beschäftigten ist das Bauhauptgewerbe einen der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren im Kanton Luzern. «Dieser Wirtschaftsmotor darf auf keinen Fall ins Stocken geraten», erklärte Reto Birrer vor den rund 80 Anwesenden. Man sei den Politikern deshalb dankbar, wenn sie sich für eine kontrollierte Personenfreizügigkeit, geordnete Budgetprozesse und die Einhaltung von Umweltschutzauflagen einsetzen. «Nur so können unsere Verbandsfirmen auf dem Markt gleich lange Spiesse haben wie solche, die sich mal so zwischendurch in unserer Branche mit einer ruinösen Preispolitik austoben».

Wechsel im Vorstand

Zu den grössten Herausforderungen der Baubranche gehört weiterhin die Nachwuchsförderung. Nachdem die Zahl der neu eintretenden Lernenden im letzten Sommer zentralschweizweit um 11 Prozent zurückging und viele Unternehmen Mühe bekunden, ihre Lehrstellen mit geeigneten Jugendlichen zu besetzen, rief Birrer die Mitglieder auf, bei ihren Bemühungen noch aktiver und innovativer zu werden. Dies nicht zuletzt auch im Interesse der ganzen Branche. Einen ausserordentlichen Wechsel gab es auch im Vorstand des BVL: Auf Marcel Achermann, der nicht mehr in einer Bauunternehmung tätig ist, folgt Roland Dubach, CEO der Anliker-Gruppe in Emmenbrücke.

Baudirektor zu Gast

Den Gruss der Kantonsregierung überbrachte Baudirektor Robert Küng. In seinem Votum referierte der Regierungsrat über die durchaus zufriedenstellende wirtschaftliche Situation im Kanton Luzern, kündigte für die nächsten Jahre bedeutende Investitionen im Hoch- und Tiefbau an und dankte den Anwesenden für das Bereitstellen von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Der Werbespot für den Bau des Gesamtverkehrssystem Bypass und Spange Nord stiess bei den anwesenden Baumeistern natürlich auf offene Ohren.

Alex Piazza