Keine Eisenbahn-Neubaustrecke zwischen Bern und Freiburg

Der Bundesrat hat im Auftrag des Nationalrats untersucht, ob die Linienführung der SBB-Strecke Bern–Freiburg geändert werden soll, um den Abschnitt Flamatt–Schmitten zu umfahren und gleichzeitig die Fahrzeit zwischen Bern und Lausanne zu verkürzen. Die Abklärungen haben ergeben, dass keine der untersuchten Varianten für eine Neubaustrecke ein positives Ergebnis brächte. Zudem sind die Störungen auf der Strecke dank Sanierungsmassnahmen stark zurückgegangen. Der Bundesrat will darum keine Neubaustrecke zwischen Bern und Freiburg bauen lassen, wie er in seiner Sitzung vom 8. November 2017 beschlossen hat.

Der Streckenabschnitt Flamatt–Schmitten auf der Hauptverkehrsachse St. Gallen – Genf verläuft durch geologisch instabiles Gebiet. Die Bahnlinie war wegen Hangrutschen mehrmals gesperrt, zuletzt im Jahr 2007 während mehrerer Wochen. Der Nationalrat beauftragte den Bundesrat daher mit der Überweisung eines Postulats, Möglichkeiten zum Bau eines neuen Abschnitts auf der Strecke Lausanne–Bern zu untersuchen, um den Streckenteil Flamatt–Schmitten zu umfahren und die Fahrzeit auf der Strecke Bern–Lausanne um einige Minuten zu verkürzen. Der Bundesrat hat am 8. November 2017 einen Bericht zu diesen Fragen verabschiedet.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) untersuchte für den Bericht drei Haupt- und mehrere Untervarianten für eine Neubaustrecke. Die Untersuchungen ergaben, dass alle Varianten sehr hohe Investitionskosten verursachen und negativ auf die Umwelt einwirken.

Ausserdem haben die Untersuchungen gezeigt, dass sich die in der Vergangenheit durchgeführten Sicherungsmassnahmen bewährt haben: Die Verbauungen schützen die Bahnlinie weitgehend vor weiteren Hangrutschen. Im Vergleich zu anderen Strecken kommt es zwischen Freiburg und Bern inzwischen nicht mehr häufiger zu Störungen aufgrund von Naturereignissen.

Damit wird die Achse Lausanne–Bern so weiterentwickelt, wie dies im Rahmen der Bahn-Ausbauprogramme vorgesehen ist. Im laufenden Ausbauschritt 2025 ist die Ertüchtigung für Züge mit Wankkompensation vorgesehen. Für den Ausbauschritt 2030/35 sind kleinere Infrastrukturausbauten geplant, welche Angebotsverbesserungen für den Güterverkehr möglich machen. Langfristig verfolgt der Bundesrat eine neue Linienführung auf der Strecke Lausanne–Bern als mögliche Option weiter, welche eine Fahrzeit von unter einer Stunde erlaubt.