Kanton Zürich digitalisiert die Baugesuche

Der Kanton Zürich wird 2019 die elektronische Plattform «eBaugesucheZH» einführen. Diese soll das Baubewilligungsverfahren vereinfachen und für alle Beteiligten transparenter gestalten.

Der Baubewilligungsprozess ist aufwändig und komplex und es gibt viele Beteiligte. Die Situation sieht heute so aus, dass häufig qualitativ unzureichende und unvollständige Baugesuche bei den Gemeinden eingehen. Dies führt zu Verzögerungen im Bewilligungsprozess. Der Kanton Zürich will diese Verwaltungsprozesse wirtschaftlicher und nutzerfreundlicher gestalten.

Das kantonale Projekt «eBaugesucheZH» soll das Baubewilligungsverfahren vereinfachen und für alle Beteiligten transparenter gestalten. Zudem ist die Kommunikation zwischen Gesuchsteller und Verwaltung bzw. zwischen Gemeinde und Kanton zu optimieren. Die Baudirektion hat gemeinsam mit Gemeindevertretern, Ingenieuren und Bauherrenvertretern die Anforderungen an die neue Webapplikation aus praktischer Sicht erarbeitet. Grundlage der Lösung ist eine zentrale elektronische Plattform, welche die bestehenden dezentralen Bauverwaltungsprogramme der Gemeinden anbindet und die Baugesuchsdaten über eine eigens aus diesem Projekt heraus entwickelte, standardisierte Schnittstelle (eCH-0211) austauscht. Die Gemeinden und der Kanton bleiben so autonom und können weiterhin ihre Bausoftware einsetzen.

Technische Realisierung hat begonnen

Die Software-Plattform wird zurzeit von der Firma GemDat Informatik AG entwickelt und vereint folgende Kernfunktionalitäten: Die Baugesuche können über ein einheitliches, intelligentes Online-Formular eingereicht werden. Benutzerfreundliche Zusatzfunktionen wie Eingabeassistent, Checkliste, Vollständigkeitsprüfung und Liste der einzureichenden Dokumente unterstützen die Dateneingabe zusätzlich. Status und Informationen zum Baugesuch können danach jederzeit von den zugriffsberechtigten Beteiligten eingesehen werden.

«Von dieser digitalen Umstellung werden alle Beteiligten profitieren», schreibt der Kanton Zürich in einer Medienmitteilung. Die Baugesuchseingabe von Hand ist jedoch nach wie vor möglich und während einer Übergangsphase sind noch wenige Papierdossiers als Belegexemplare nötig.

Der Projektplan sieht vor, dass das Detailkonzept für die elektronische Plattform bis Ende Januar 2018 fertiggestellt wird. Für 2018/19 sind funktionale Tests und eine Pilotphase mit den sieben Gemeinden Aesch, Aeugst am Albis, Dübendorf, Pfäffikon, Richterswil, Winterthur und Zürich vorgesehen.