Wachablösung bei den Bauunternehmern Region Basel

Publikationsdatum: 04.05.16| Klaus Kocher

Nach acht erfolgreichen Jahren unter Präsident Eduard Schmied (bisher Implenia) begann am 22. April für den Verband der Bauunternehmer Region Basel (BRB) ein neuer Abschnitt. Die Generalversammlung wählte einstimmig Rolf Graf zum neuen Präsidenten.

Rolf Graf führt seit 1997 das Geschäft seines Vaters, die Hans Graf AG in Maisprach BL. Er ist eidg. dipl. Baumeister und betreut seit 2002 im Vorstand das Ressort Aus- und Weiterbildung. In seiner Rede vor den rund 200 Versammlungsteilnehmern appellierte er an den Berufsstolz der Bauarbeiter, der nicht zuletzt angesichts der ausgezeichneten Möglichkeiten in Sachen Bildung und Weiterbildung sowie beruflicher Aussichten mehr als nur gerechtfertigt ist. Es gelte angesichts der positiven Veränderungen im Bausektor das teilweise schlechte Image zu verbessern. Er warnte aber zugleich vor dem manchmal überbordenden Rabattwesen, mit dem die Branche unnötig eine ausreichende Ertragsbasis gefährde.

An der Versammlung wurden von Vizepräsident Felix Oehri auch Eduard Schmied und Vorstandsmitglied Björn Hansen mit herzlichen Worten verabschiedet und zugleich zu Ehrenmitgliedern ernannt. Neu in den Vorstand gewählt wurden überdies Thomas Lüdin, Sandra Ziegler und Niklaus Heinimann. Sie ergänzen den Vorstand neben den Bisherigen und Wiedergewählten Rolf Graf, Daniel Allemann, Michael Haug, Roger Mürner, Felix Oehri, Dominik O. Straumann und Mirko Tozzo. Geehrt wurden auch verschiedene erfolgreiche Absolventen von Fachprüfungen.

Geschäftsführer Theodor Häner konnte seinerseits über eine anhaltend gesunde finanzielle Situation des Verbandes berichten. Die Geschäfte des Verbandes wurden alle ohne Gegenstimme gutgeheissen.

Als Gast nahm auch SBV-Zentralsekretär Gian-Luca Lardi die Gelegenheit war, erstmals vor der Basler Sektion zu reden. Er gab seiner Besorgnis Ausdruck, dass die Kosten im Schweizer Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Ausland im Steigen begriffen sind. Ferner kritisierte er, dass heute 90 Prozent der Zuschläge an den billigsten Anbieter gingen, obwohl klar ist, dass die Wirtschaftlichkeit eines Angebotes wichtiger ist als der aktuell niedrigste Preis. Dieses Denken greife viel zu kurz. Ein Plädoyer lieferte er auch für einen Einstieg von Bauunternehmern und Kaderleuten in die Politik. Kritisch betrachtete er die „Atomisierung“ der Baubranche, die dazu führe, dass viele kleine Unternehmen vor Aufgaben stünden, die sie gar nicht mehr bewältigen könnten. Nicht zuletzt fehle es allzu oft an geeignetem Fachpersonal.

Der anwesenden Verbandsmitglieder beschlossen die Generalversammlung am Abend zusammen mit zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft und einem angeregten Gedankenaustausch.