Staus verlagern sich in die Romandie

Publikationsdatum: 22.06.17|

Die Anzahl Staustunden nahm 2016 im Vergleich zum Vorjahr weiter zu; sie wuchs aber weniger stark als im 2015 trotz weiter wachsendem Verkehr. Das geht aus dem Verkehrsflussbericht des Bundesamts für Strassen (ASTRA) hervor. Für die Staus verantwortlich sind Unfälle, nicht Bauarbeiten.

 Der Verkehr auf den Nationalstrassen staute sich während insgesamt 24 066 Stunden. Hauptursache war die Verkehrsüberlastung. Es gab zudem mehr Staus wegen Unfällen. Um die Situation zu verbessern, hat das ASTRA verschiedene Sofortmassnahmen lanciert. Sie ergänzen die auf neuralgischen Abschnitten laufenden Projekte zur Beseitigung von Engpässen sowie zur punktuellen Umnutzung der Pannenstreifen.

Der grösste Teil des Verkehrs in der Schweiz findet auf den Nationalstrassen statt: 2015 wurden rund 41.6 Prozent des gesamten Verkehrs und 69.1 Prozent des Güterverkehrs auf den Nationalstrassen abgewickelt, obwohl die Nationalstrassen nur rund 2.5 Prozent des gesamten Strassennetzes umfassen.
Die Fahrleistung des gesamten Verkehrs auf den Nationalstrassen nahm 2016 um 2.4 Prozent zu (2015: +4.2 Prozent). Insgesamt wurden 25 947 Millionen Kilometer zurückgelegt, was 67 500-mal der Entfernung zwischen der Erde und dem Mond entspricht. Die Fahrleistung des schweren Güterverkehrs nahm 2016 mit 1.4 Prozent stärker zu als im Vorjahr (+0.1 Prozent).

Kaum noch Stau wegen Bauarbeiten

Der Verkehr staute sich auf dem Nationalstrassennetz während insgesamt 24 066 Stunden. Dies entspricht einer Zunahme um 5.4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2015: +6.1 Prozent). Mit Abstand die häufigste Ursache für Staus bleibt die Verkehrsüberlastung: Während 21 211 Stunden stockte der Verkehr infolge Überlastung. Erstmals nach vielen Jahren haben zudem die unfallbedingten Staustunden zugenommen, von 2263 auf 2420 Stunden (+6.9 Prozent). Sehr viele Verkehrsunfälle auf den Nationalstrassen ereignen sich im Feierabendverkehr, wobei der Freitag besonders heraussticht. Hauptursachen für die Unfälle auf den Nationalstrassen sind zu nahes Aufschliessen und momentane Unaufmerksamkeit. Demgegenüber hat sich der rückläufige Trend bei den Staustunden wegen Baustellen 2016 weiter fortgesetzt; sie verringerten sich auf 356 Stunden, was 1.48 Prozent der Gesamtstauzeiten entspricht. Damit zeigen die Bemühungen des ASTRA weiter Wirkung, Bauarbeiten vorwiegend während der verkehrsarmen Zeiten auszuführen.

Geografisch konnte eine Verschiebung der Stauentwicklung festgestellt werden: Die stärksten Zunahmen wurden 2016 nicht wie sonst in der Region Aargau–Zürich–Winterthur festgestellt, sondern in der Westschweiz. Besonders stark war dies bei den Umfahrungen von Genf und Lausanne zu beobachten. Im Grossraum Baregg hingegen konnte erstmals seit Jahren ein Rückgang der Staustunden um rund 5 Prozent verzeichnet werden.

Gezielte Ausbauten 

Um die Staustunden zu senken und den Verkehr auf den Nationalstrassen flüssig zu halten, setzt das ASTRA einerseits auf gezielte Ausbauten, andererseits auf eine bessere Bewirtschaftung der bestehenden Strassen. Ziel dieser Sofortmassnahmen ist es, die Berechenbarkeit der Reisezeiten auf den Nationalstrassen zu verbessern.

Im Rahmen der baulichen Massnahmen treibt das ASTRA rund 20 Projekte zur Engpassbeseitigung voran. Dazu gehören unter anderem die Kapazitätserweiterung am Nordring Zürich (Autobahn A1) sowie die Verlängerung mehrerer Autobahnanschlüsse. Noch in diesem Jahr kann voraussichtlich die Pannenstreifenumnutzung zwischen Pratteln und der Verzweigung Augst (Autobahn A3) in Betrieb genommen werden.